Lead
2, 3, 4 oder mehr Folgen derselben TV-Serie am Stück zu schauen, ist in Zeiten von Netflix, Amazon Prime und Co. kein Einzelfall mehr. Handelt es sich hier um eine Besorgnis erregende Entwicklung oder muss man sich wegen dieser Form von Medienkonsum keine wirklichen Sorgen machen?

Lay summary
Das Forschungsprojekt stützt sich auf interdisziplinäres Wissen aus der Kommunikationswissenschaft und der Psychologie, um dieses Phänomen exzessiven TV-Konsums – landläufig auch Binge Watching genannt – detaillierter zu untersuchen. Es integriert vier miteinander verbundene Studien, die quantitative und qualitative Methoden einsetzen, um diese Medienrezeptionsform sowohl bei den bei den Zuschauern zuhause als auch im Labor zu beobachten, zu beschreiben und zu erklären. Dabei sollen etwa die Motive, das Rezeptionserleben selbst (z.B. Emotionen, Stress), die unmittelbaren Wirkungen danach sowie die Effekte auf die Schlafqualität unter die Lupe genommen werden. Im Projekt werden eine Reihe von innovativen Tools (Browser-Erweiterungen, Smartphone App, Smartwatch) eingesetzt, die von den Mitgliedern des Forschungsteams entwickelt wurden. Die Kombination dieser Tools im Rahmen dieser Untersuchung einzusetzen, wird es ermöglichen, ihr Potenzial auch für andere Forschungsfragen zu validieren und weiterzuentwickeln, so dass sie für Studien zur Medienexposition und -effekten verwendet werden können. Die Ergebnisse sollen auch konzeptionell und theoretisch die Schnittstellen zwischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, zwischen Psychologie und Kommunikationswissenschaft bereichern. Schliesslich werden die Ergebnisse des Projekts die Gestaltung von Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit beeinflussen, die Medienkompetenz erhöhen und soziales Bewusstsein schaffen, um Zuschauern mehr Kontrolle über ihren Medienkonsum zu ermöglichen.