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Eine experimentelle Überprüfung der Interdependenz von individuellen Legitimitätseinschätzungen und kollektiver Legitimität

Lay summary

Das Forschungsprojekt ist im Kontext der organisationalen Legitimitätsforschung angesiedelt. Legitimität wird allgemein als gesellschaftliche Akzeptanz definiert, und die bestehende Forschung konzeptionalisiert Legitimtät als kollektives Konstrukt das unabhängig von individuellen Legitimitätseinschätzungen ist. In drei experimentellen Teilprojekten untersuchen wir die Interdependenz von individuellen Legitimitätseinschätzungen und kollektiver Legitimität. Das fokale Legitimitätsobjekt der Studien bildet hierbei die Konzernverantwortungsinitative. Das Ziel der Initiative ist die Einführung einer Sorgfaltspflicht für Schweizer Konzerne. Gegenstand der Sorgfaltspflicht ist es, zu überprüfen, ob durch Konzerntätigkeiten im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards verletzt werden. Das Forschungsprojekt macht einen wichtigen Beitrag zur Legitimtätsforschung, indem es die Beziehung zwischen individueller und kollektiver Legititimtät im Kontext der Konzernverantwortungsinitiative untersucht. Da Legitimität nicht nur eines der Kernkonzepte der Institutionentheorie ist, sondern auch als entscheidend für das Wachstum und Überleben von Organisationen betrachtet werden kann, werden die Projektergebnisse nicht nur für Legitimitätswissenschaftler, sondern auch für eine breitere Gruppe von Management- und Organisationswissenschaftler von Interesse sein. Der Fokus auf die Konzernverantwortungsinitative und die Rolle von Menschenrechten für Firmen ist darüber hinaus von aktueller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz.