Lead
Böden speichern drei mal mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre und sind somit der grösste aktive terrestrische Kohlenstoffspeicher der Erde. Geringe Änderungen im Kohlenstoffflux zwischen Böden und Atmosphäre können grosse Auswirkungen auf das globale Klima haben durch ihren Beitrag zum Treibhauseffekt. Die Reaktion von Böden auf Klimaänderungen sind jedoch immer noch nicht gut quantifiziert, was insbesondere auf die räumliche Heterogenität und chemische Komplexität von Böden zurückzuführen ist. Tropfsteine, und insbesondere Stalagmiten, bieten sich als neues und unkonventionelles geochemisches Archiv an, um die Reaktion von Böden auf Klimaveränderungen in der Vergangenheit zu erforschen und somit als Analog für zukünftige Rückkoppelungen zu fungieren.

Lay summary

Das Ziel dieses Projekt ist, den lokalen Kohlenstoffzylus in Böden anhand von Stalagmiten zu rekonstruieren, insbesondere über Zeitintervalle bekannter Klimaschwankungen in der Vergangenheit, wie der Rückgang der letzten Eiszeit.  

Im Detail werden wir dazu hochaufgelöste geochemische Analysen (Radiokarbon, stabile Kohlenstoff-, Kalzium-, und Lithiumisotopen, Spurenelemente) an Stalagmiten aus verschiedenen Klimazonen ausführen. Der Fokus wird dabei auf Böden aus Klimazonen gelegt, wo besonders starke Auswirkungen durch den menschengemachten Klimawandel erwartet werden, wie z.B. boreal, monsunal, tropisch, und trocken.

Die Resultate dieses Projekts werden von grosser Bedeutung sein für das genauere Verständnis des Verhaltens von Böden als Kohlenstoffquelle oder –senke mit ansteigenden globalen Temperaturen.

Dieses Projekt wird zudem die Anwendung von Stalagmiten als Umweltarchiv für Bodenbedingungen testen.