Lead
Dieses Projekt will helfen, die Biologie von übertragenen HIV-1 Viren besser zu verstehen. Deshalb werden Viren von Individuen studiert, die diese an einen anderen Menschen weitergeben und zusätzlich wollen wir systematisch untersuchen, weshalb und wie häufig Superinfektion auftreten kann. Schliesslich werden wir die Uebertragung von resistenten HI-Viren studieren und v. a. auf nicht-B Subtypen fokussieren. Die Studie basiert auf zwei qualitativ hochstehenden longitudinalen Patientenstudien: der Schweizerischen HIV Kohortenstudie und der Zurich Primary HIV Infection Study.

Lay summary

Mit diesem Projekt wollen wir bestimmte Charakteristika der HIV-1 Infektion besser verstehen. Im 1. Teil wollen wir herausfinden, ob übertragene Viren spezielle genetische oder phänotypische Merkmale aufweisen. Oder in anderen Worten: Wir möchten studieren, ob Virus-Varianten, die übertragen werden bestimmte genetische oder biologische "Verhaltensmerkmale" aufweisen. Im 2. Teil wollen wir systematisch untersuchen, wie häufig HIV Superinfektionen (SI) auftreten  und welches die Risikofaktoren dafür sind. Bisher gibt es kaum systematische Studien zur Häufigkeit von Superinfektionen und deren Risikofaktoren in repräsentativen Populationen von HIV-1 infizierten Menschen. Bisher haben wir über 300 potentielle SI Fälle identifizert. Diese werden wir mittels einer detaillierten virusgenetischen Analyse bestätigen und Rekombination und Risikofaktoren bestimmen. Wir werden auch Wirtsgenome analysieren, um zu schauen, ob allenfalls menschliche genetische Faktoren dafür mitverantwortlich sind. Zusätzlich werden wir die virale Fitness und neutralisierende Antikörper bestimmen in den Patienten und die "viral setpoints" (virus equilibrium in Patienten vor Therapie) bestimmen in den SI Fällen und ausgewählten kontrollen, um zu testen, ob SI Individuen eine raschere Krankheitsprogression aufweisen. Im 3. Teil werden wir die Uebertragung von resistenten HIV-1 Viren untersuchen. Wir werden uns speziell auf Nicht-B Subtypen und auf neuere Medikamentenklassen konzentrieren. Insbesondere interessiert uns auch das Vorliegen und die Evolution von viralen Varianten, die Resistenzmutationen tragen und in geringer Frequenz vorliegen.