Lead
Viele Menschen erleben in ihrem Alltag immer wieder psychische Konflikte, bei denen was sie tun sollten nicht dem entspricht, was sie gerne tun würden. Beispiele für solche sogenannten Selbstkontrollkonflikte beinhalten Situationen, in denen Studierende sich auf eine Prüfung vorbereiten, aber die zu lernenden Materialien langweilig oder schwierig finden, wenn ein Projekt bei der Arbeit so wenig Tätigkeitsfreude verspricht, dass es schwer fällt, damit anzufangen, oder wenn das Stück Geburtstagskuchen, das ein Kollege anbietet, das eigene Idealgewicht in noch weitere Ferne rücken lässt.

Lay summary

In diesem Projekt schauen wir uns drei verschiedene Arten von Selbstkontrollkonflikten genauer an. Wir unterscheiden dabei zwischen 1) Initiationskonflikten (wenn eine Person keine Lust hat, eine unangenehme Aufgabe zu beginnen), 2) Persistenzkonflikten (wenn eine Person keine Lust hat, eine unangenehme Aufgabe fortzuführen) und 3) Inhibitionskonflikten (wenn eine Versuchung mit einem Ziel oder einer Aufgabe in Konflikt steht). Unser Fokus liegt dabei auf Faktoren, die erklären, wieso solche Konflikte auftreten und unter welchen Umständen Konflikte erfolgreich aufgelöst werden können. Hierbei interessieren uns insbesondere aktive Selbstregulationsstrategien, die Personen spontan in ihrem Alltag, wenn sie einen Selbstkontrollkonflikt erleben, einsetzen. Welche Strategien sind das? Welche Strategien sind erfolgreich, welche eher nicht? Hilft es beispielsweise, sich auszumalen, wie es sein wird, wenn man das Ziel, dem eine Versuchung im Weg steht, erreicht? Oder wenn man sich von einer Versuchung ablenkt? Kann der Einsatz von erfolgreichen Strategien erklären, warum manche Personen – zum Beispiel Personen mit hoher Gewissenhaftigkeit – besser als andere Selbstkontrollkonflikte auflösen? Wir möchten diese und weitere Fragen beantworten, um ein genaueres Bild der Entstehungsbedingungen von Selbstkontrollkonflikten erhalten, aber auch um besser zu verstehen, was zu einer erfolgreichen Zielverfolgung in Angesicht solcher Konflikte beitragen kann. Auf lange Sicht kann insbesondere letzteres auch die Gestaltung von Interventionen informieren, die Personen, die ansonsten Schwierigkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen, dabei unterstützen können.