Lead
Die Schweizerische HIV Kohortenstudie (www.shcs.ch) ist eine klinische, multizentrische Langzeit-Studie, die HIV infizierte Menschen einschliesst. Sie forscht im Bereich der HIV-Medizin, der Grundlagen- und der Sozialen und Präventiven Wissenschaften. Sie wurde 1988 begonnen und schliesst bisher > 20'000 PatientInnen ein. Sie ist entscheidend für die hohe Qualität der HIV-Medizin in der Schweiz und für das bessere Verständnis der Wechselwirkung zwischen dem HI-Virus und dem menschlichen Organismus, kürzlich insbesondere auch zum besseren Verständnis des Entstehens von breit neutralisierenden Antikörpern in HIV-infizierten Individuen.

Lay summary
Die Schweizerische HIV Kohortenstudie (SHCS) wurde 1988 gestartet. Seither wurden > 20'000 PatientInnen eingeschlossen und 2017 wurden beinahe 10'000 aktiv betreut. 2003 wurde die Swiss Mother and Child HIV Cohort Study (MoCHIV) in die SHCS integriert. Schon früh vereinte die SHCS klinisch, translational, grundlagen- und sozial wissenschaftlich ausgerichtete Forschende. Bisher sind mehr als 1'000 in Fachzeitschriften erschienene wissenschaftliche Artikel aus der SHCS hervorgegangen, was deren Bedeutung unterstreicht. Eine ihrer Besonderheiten ist, dass sie jeweils rasch auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Herausforderungen im Bereich der HIV-Forschung reagierte. Die SHCS ist repräsentativ für die Schweiz: mindestens 50% aller HIV-Infizierten, 75% aller PatientInnen mit AIDS und 75% aller Individuen in der Schweiz die antiretroviral behandelt werden nehmen an der Studie teil. Sie ist entscheidend für die hohe HIV-Behandlungsqualität in der Schweiz und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung von Neuinfektionen. Sie studiert medikamentöse Langzeitnebenwirkungen, Uebertragung von HIV, Koinfektionen und Resistenz, optimiert die antiretrovirale Therapie, bekämpft die Uebertragung von HIV von der Mutter auf das Kind und erforscht die Wechselwirkung zwischen dem HI Virus und dem menschlichen Organismus intensiv. Insbesondere laufen Studien, die letztlich auf die Entwicklung von Impfungen hinauslaufen und die verstehen helfen, warum es bisher nicht gelingt HIV zu heilen. Sozialwissenschaftliche Projekte laufen, um die Auswirkungen der HIV Infektion auf die Psyche und die Beschäftigungssituation zu verstehen. Zusammenfassend stellt die SHCS ein modernes Forschungsinstrument dar, das direkt den PatientInnen zu Gute kommt, einen grossen Beitrag zur Eindämmung der HIV-Epidemie in der Schweiz leistet und hilft, die Biologie der HIV Infektion im Menschen besser zu verstehen, was die Voraussetzung ist für eine wirksame Impfung oder eine Heilung.