Lead
Gammahydroxybutyrat (GHB) und Trazodon verstärken über unterschiedliche Mechanismen den Tiefschlaf. Tiefschlaf ist wichtig für die Speicherung von Gedächtnisinhalten, und beides ist bei Patienten mit Depression gestört. In diesem Projekt möchten wir untersuchen, ob diese Substanzen bei depressiven Patienten zu einer Verstärkung von Tiefschlaf und zu einer Verbesserung des Gedächtnisses führen.

Lay summary

Gedächtnisverbesserung durch Gammahydroxybutyrat vs. Trazodon bei Patienten mit Depression

 

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Patienten mit Depressionen leiden im Rahmen ihrer Erkrankung häufig an Schlaf- und Gedächtnisstörungen. Diese behindern den Genesungsprozess massgeblich. Insbesondere beeinträchtigen Gedächtnisstörungen auch das Ansprechen auf Psychotherapie, welche u.a. Gedächtnisfunktionen beansprucht.

In unserer Studie wird die Annahme untersucht, dass medikamentös verstärkter Tiefschlaf in der Nacht nach einer Lernaufgabe zu einer Steigerung der Gedächtnisleistung am folgenden Tag führt. Dafür verwenden wir zwei Medikamente, die über unterschiedlichen Wirkmechanismen beide den Tiefschlaf verbessern: GHB und Trazodon. Untersucht werden einerseits dreissig Patienten mit Depressionen, andererseits dreissig gesunde Personen als Kontrolle, mithilfe einer nächtlichen Messung der elektrischen Hirnaktivität, dem sogenannten Schlafenzephalogramm, Muskelspannung, Herzrhythmus, sowie Gedächtnistests und spezifischen Fragebögen. 

Sollte unsere Annahme bestätigt werden, planen wir als nächsten Schritt eine Folgestudie, in welcher wir eine gezielte medikamentöse Steigerung des Tiefschlafs und der Abspeicherung von psychotherapeutischen Gedächtnisinhalten bei Patienten mit Depressionen untersuchen werden.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Depressionen gehören global zu den grössten Verursachern von menschlichem Leid und volkswirtschaftlichen Kosten überhaupt, und trotz diverser Behandlungsformen kann vielen Patienten nicht geholfen werden. Wir untersuchen einen neuen Ansatz, bei dem langfristig psychotherapeutische Prozesse gezielt medikamentös verstärkt werden sollen. Dies soll zu einer besser verträglichen und effektiveren Behandlung von Depressionen führen.