Lead
Zampanolid ist ein Naturstoff mit einer komplexen molekularen Struktur, der ursprünglich aus einem marinen Schwamm isoliert wurde. Die Substanz bindet an einen der elementaren Proteinbausteine des Zellskeletts, was zu Störungen bei der Zellteilung und damit zur Unterdrückung des Wachstums von Krebszellen führt. Der gleiche Wirkmechanismus liegt auch der tumorhemmenden Wirkung einer Reihe wichtiger Krebsmedikamente zugrunde. Darüber hinaus werden solche Substanzen vermehrt auch auf ihr Potenzial bei der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen hin untersucht. Pyridomycin ist ein von terrestrischen Bakterien produzierter Naturstoff, der sich durch eine ausgeprägte Hemmwirkung auf das Wachstum von Mycobacterium tuberculosis, dem Erreger der Tuberkulose, auszeichnet. Wie wir in einer Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Stewart Cole an der EPFL zeigen konnten, greift die Substanz am gleichen Zielprotein an wie das wichtige Tuberkulosemedikament Isoniazid.

Lay summary
Basierend auf einem bereits früher entwickelten Verfahren zur Synthese von Zampanolid haben wir in einem ebenfalls vom SNSF geförderten Vorgängerprojekt eine Reihe von strukturell abgewandelten Varianten dieses Naturstoffs hergestellt. Die Untersuchung der biologischen Aktivität dieser Analoga führte zu ersten weiterreichenden Erkenntnissen über den Zusammenhang zwischen Struktur und Wirkung. Das Wissen um diese Struktur-Wirkungs-Beziehungen soll im gegenwärtigen Projekt weiter vertieft werden. Ziel dieser Untersuchungen ist die Identifizierung neuer, potenzieller Wirkstoffkandidaten für die Krebsbehandlung.

Genau wie bei den geplanten Arbeiten zu Zampanolid geht es im zweiten Teilprojekt um die Synthese und biologische Profilierung verschiedener Strukturanaloga eines bioaktiven Naturstoffs, in diesem Fall des Pyridomycins. Auch hier handelt es sich um die Fortsetzung eines laufenden, schon in der Vergangenheit vom SNSF geförderten Projekts, das die umfassende Aufklärung der Struktur-Wirkungs-Beziehungen des Pyridomycins beinhaltet. Dabei ist es das Ziel, Substanzen zu entwickeln, die ein gegenüber dem Pyridomycin verbessertes Eigenschaftsprofil aufweisen  und vielleicht neue Arzneimittelkandidaten zur Behandlung der Tuberkulose darstellen könnten