Lead
Expertenwissen ist eine wichtige Informationsquelle für politische Entscheidungsträger/-innen. Doch damit Expertenwissen nützlich sein kann, muss es glaubwürdig sein. Das Projekt untersucht, wann Expertenwissen als glaubwürdig wahrgenommen wird. Es vergleicht diesbezüglich Parlamentarier/-innen mit Wähler/-innen.

Lay summary
Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Die Rolle in politischen Prozessen wird in der Literatur oft kritisch diskutiert. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass Expertenwissen eine wichtige Art von politikrelevanten Informationen für Entscheidungsträger/-innen darstellt. Dies gilt vor allem in Situationen hoher Unsicherheit, in denen sich Entscheidungsträger/-innen nicht auf ihr Vorwissen oder ihre Intuition verlassen können.
Das Forschungsprojekt untersucht die Einflussfaktoren auf die Wahrnehmung der Glaubwürdigkeit von Expertenaussagen bei Wähler/-innen und Parlamentarier/-innen und es vergleicht die Ergebnisse der zwei Gruppen. Wir verwenden einen experimentellen Befragungsansatz. Es wird erwartet, dass die Wahrnehmung der Glaubwürdigkeit einer Expertenaussage sowohl von der Quelle als auch von den Eigenschaften einer Botschaft abhängt. Darüber hinaus dürfte Wahrnehmung der Glaubwürdigkeit von Expertenaussagen auch zwischen den Empfängern solcher Informationen variieren, da diese beispielsweise über unterschiedliche Erfahrungen in der Verarbeitung von Expertenwissen verfügen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, die Frage zu beantworten, wem Parlamentarier/-innen sowie Wähler/-innen glauben und was sie glauben. Vor dem Hintergrund der jüngsten Debatten um eine "postfaktische" Gesellschaft hat das Projekt auch wichtige normative Implikationen: Es analysiert die Autorität der Wissenschaft in der Politik.

Keywords
multifactorial survey experiment, credibility, expert knowledge, public policy, information processing, health policy, evidence-based policy