Lead
Der Anteil von Personen, welche den Arbeitsprozess vorzeitig verlassen, liegt bei behinderten Menschen deutlich über demjenigen in der Gesamtbevölkerung. Die Patientenorganisationen von querschnittgelähmten Menschen (SCI) und von Menschen mit traumatischer Hirnverletzung (TBI) werden diesbezüglich regelmäßig von Betroffenen um Unterstützung angefragt. Dabei hat sich gezeigt, dass ein frühzeitiges Intervenieren beim Auftreten von arbeitsbeeinflussenden Problemen erfolgsrelevant ist. Die Einflussfaktoren und deren Interaktionen, welche verhindern, dass Menschen mit einer SCI oder TBI ihre Arbeit nachhaltig, zufrieden und gesund langfristig ausüben können, sind jedoch kaum systematisch erforscht. Hier setzt das Projekt "Nachhaltige Arbeitstätigkeit nach einer Rückenmarks- oder einer Hirnverletzung: eine Mixed-Methods-Studie von beruflichen Lebensverläufen" an.

Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Das Projekt fusst auf einem ganzheitlichen Modell und erforscht die biologischen, psychologischen und sozialen Risikofaktoren für eine nachhaltige Arbeitsintegration nach einer SCI oder TBI im Lebensverlauf aus der Perspektive der Betroffenen, den Arbeitgebern und weiteren Interessengruppen. Die Ergebnisse sollen in der Folge eine frühzeitige Identifizierung von Personen mit erhöhtem Risiko für einen vorzeitigen Verlust der Arbeit ermöglichen, um zeitgerecht geeignete Unterstützungsmassnahmen anbieten zu können.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Das Projekt zeigt am Beispiel von Menschen mit einer SCI oder TBI exemplarisch die relevanten Erfolgs- und Risikofaktoren für eine nachhaltige Arbeitspartizipation von Menschen mit einer Behinderung auf. Es trägt somit zur Erfüllung der UN-Behindertenrechtskonvention, welcher die Schweiz 2014 beigetreten ist, und besitzt auch breitere Relevanz angesichts einer älter werdenden Arbeitnehmerschaft.