Lead
Eine Serie von kürzlich veröffentlichten Studien (Napolitano & Freund, 2017) zeigt, dass die Zielverfolgung und -erreichung darunter leiden kann, wenn man für das Ziel einen Backup Plan entwickelt hat. Dieses Projekt befasst sich mit möglichen Altersunterschieden zwischen jungen und älteren Erwachsenen in Bezug darauf, ob und welche Arten von Backup-Plänen sie entwickeln und ob diese eher förderlich oder hinderlich für die Zielverfolgung sind.

Lay summary

Oft hört man den Rat, man solle immer einen "Plan B" in der Hinterhand haben, weil es zu riskant sei, sich ausschliesslich auf seinen "Plan A" zu verlassen. Ist dies wirklich ein guter Rat? Wie wirkt es sich auf die Motivation und die Zielerreichung aus, wenn wir mit einem "Plan B" antreten, statt nur einen "Plan A" zu verfolgen? Wir definieren "Plan B" (Backup Plan) als einen Zielverfolgungsplan, der zwar formuliert und zu einem bestimmten Mass auch entwickelt wird, der aber - zumindest anfangs - nicht eingesetzt wird (Napolitano & Freund, 2016). Aufbauend auf erster Forschung zu diesem Thema, untersucht dieses Projekt, unter welchen Bedingungen Backup Pläne bei der Zielerreichung helfen und unter welchen sie sich eher hinderlich auswirken. Im Vordergrund steht die Frage, ob es altersbezogene Unterschiede über das Erwachsenenalter in der Verwendung und dem Nutzen von Backup Plänen gibt.

Fussend auf Forschung zu altersbezogenen Unterschieden in der Selbstregulation und einer Theorie möglicher motivationaler Kosten von Backup Plänen (Napolitano & Freund, 2016) werden in diesem Projekt drei Hypothesen getestet: 

(1) Ältere Erwachsene verfolgen ihre Ziele mit höhrer Wahrscheinlichkeit nicht nur mit einem Plan A, sondern haben noch einen Plan B im Sinn

(2) Jüngere Erwachsene profitieren mehr von sogenannten redundaten Backup Plänen. Redundante Backup Pläne werden dann eingesetzt, wenn man sich darüber unsicher ist, welcher Plan am besten zum Ziel führt, es also um die Optimierung der Zielerreichung geht.

(3) Ältere Erwachsene profitieren mehr von sogenannten kontingenten Backup Plänen. Kontingente Backup Pläne werden dann eingesetzt, wenn man befürchtet, dass Plan A scheitern könnte und man mit Plan B möglichen Verlusten entgegenwirken möchte.

Um diese Hypothesen zu untersuchen, werden verschiedene psychologische Methoden in quer- und längsschnittlichen Studien und einer Kombination aus korrelativen und experimentellen Ansätzen eingesetzt.