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Entwurfsforschung in der Architektur

Lay summary

Universitäten werden zunehmend nach ökonomischen Kriterien geführt. Dies hat zur Folge, dass von den Fachgebieten erwartet wird, unabhängig von individuellen Entwicklungen und Traditionen, übergreifend messbare Leistungen zu erbringen. Solche Leistungen umfassen in der Wissenschaft neben der Lehre insbesondere die Forschung und darin in der Regel Publikationen in Fachzeitschriften sowie Einwerben von Drittmitteln prestigeträchtiger Forschungsförderungsinstitutionen.

Unser Projekt geht von der Hypothese aus, dass diese Entwicklungen anwendungsorientierte Fachgebiete wie die Architektur besonders treffen. Traditionellerweise hat die Architektur Praktiker_innen ausgebildet und die Forschung an Nebendisziplinen wie Kunstgeschichte und Architekturtheorie, aber auch Stadtsoziologie, Statik, Materialwissenschaften etc. ausgegliedert. Durch die aktuellen wissenschaftspolitischen Entwicklungen gerät zunehmend auch der Kern der Ausbildung, die Entwurfspraxis in den Fokus von Forschungsdiskursen.

Das Ziel unseres Projektes liegt darin, an ausgewählten Architekturdepartementen in verschiedenen nationalen und ausbildungsorientierten Kontexten (in Deutschland, Skandinavien und Australien) zu untersuchen, wie Entwurfsforschung praktiziert, diskutiert und in der Lehre vermittelt wird. Dabei möchten wir aufzeigen, wie diese Diskurse die Selbstwahrnehmung der Architektur als Fachdisziplin prägen und wie die Entwurfsforschung in Wechselwirkung zwischen wissenschaftspolitischem Zeitgeist und personellen Konstellationen an den jeweiligen Departementen umgesetzt und vermittelt wird.