Lead
Viele Proteine (Eiweisse) werden durch Zuckerreste verändert, damit sie ihre biologischen Funktionen ausüben können. Diese sogenannten Glykoproteine dienen als Ziele für medikamentöse Therapien, lösen die Ausschüttung von Hormonen aus und sind bei der Übertragung von Nervenimpulsen beteiligt. Das Fehlen oder ein unvollständiges Anhängen der Zuckerreste führt zu schweren Krankheiten oder zum Tod. Zudem bilden viele für den Menschen tödliche Parasiten Glykoproteine, um sich damit vor unserem Immunsystem zu schützen. Wir untersuchen, wie Zuckerreste in Zellen bereitgestellt und transportiert werden.

Lay summary

Inhalte und Ziele des Forschungsprojekts

Trotz der zentralen Bedeutung der Glykoproteine sind entscheidende Schritte in der Herstellung der Überträgermoleküle von Zuckerresten noch ungeklärt. Interessanterweise beginnt die Produktion der Zuckerreste in der Zellflüssigkeit (Zytosol), deren Anhängen an die Proteine geschieht aber in einem speziellen Zellkompartiment, dem endoplasmatischen Retikulum. Das bedeutet, dass die Überträgermoleküle durch eine Membran hindurch transportiert werden müssen, bevor die Zucker an Proteine gekoppelt werden können. Über diese Transportprozesse ist kaum etwas bekannt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in diesem interdisziplinären Forschungsprojekt zum ersten Mal die an der Herstellung von Glykoproteinen beteiligten Transportsysteme von Zuckerresten auf molekularer Ebene zu identifizieren und charakterisieren.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Transportvorgänge für Zuckerreste für die Herstellung von Glykoproteinen kommen sowohl bei einzelligen Organismen wie auch beim Menschen vor. Unsere Resultate werden deshalb für viele Forschungsrichtungen und die Medizin von zentraler Bedeutung sein.