Lead
Ein relativ grosser Teil der Bevölkerung leidet unter Depressionen und Angststörungen. Aber nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen werden diese Krankheiten korrekt und zeitnah diagnostiziert und behandelt. Hier setzt Forschungsprojekt an.

Lay summary

Untersuchungen zeigen, dass nur etwa eine von drei Personen mit einer psychischen Störung in der Schweiz fachgerecht behandelt wird. Die Folgen sind Gesundheitsbeeinträchtigungen, chronische Verläufe sowie hohe Kosten für das Gesundheits- und Sozialwesen. Gründe für die ungenügende Versorgung sind die mangelhafte Früherkennung und Behandlungsauswahl sowie Wartelisten bei Spezialisten. Nationale und internationale Initiativen wollen deshalb die Rolle der Grundversorger in diesem Bereich stärken. Ziel unseres Projekts ist es, die Erkennung, Diagnose und Behandlung von psychischen Krankheiten, insbesondere von Depressionen und Angsterkrankungen, in der Grundversorgung zu fördern. Hausärztinnen und Hausärzte im Grossraum Zürich werden zufällig in eine Interventions- und in eine Kontrollgruppe eingeteilt. Ärztinnen und Ärzte in der Interventionsgruppe werden darin geschult, Patientinnen und Patienten mit psychischen Störungen zu erkennen. Zudem erhalten sie Begleitung und Beratung durch spezialisierte Fachpersonen (Psychotherapeutinnen und Psychiater), die sich bei Bedarf auch direkt in die Behandlung einbringen. Aufgrund des Vergleichs der Interventions- mit der Kontrollgruppe werden die Wirksamkeit und die Kosten-Wirksamkeit der Intervention analysiert. Zudem wird der Umsetzungsprozess in der Praxis evaluiert. Das Projekt trägt dazu bei, die Erkennung, die Diagnose und die Behandlung von psychischen Störungen, insbesondere von Depressionen und Angststörungen, in der Grundversorgung zu optimieren. Im Sinne der Patienten setzt die untersuchte Intervention möglichst früh im Behandlungsprozess an, nämlich wenn es um die Frage geht, welche Erkrankung vorliegt und welche Behandlung ausgewählt werden soll. Die Intervention kann dabei auf weitere Arztpraxen und auch auf andere Erkrankungsgruppen ausgedehnt werden.