Lead
2012 und 2013 wurden komplette Genomsequenzen von Influenza-ähnlichen Viren, die provisorisch H17N10 und H18N11 genannt wurden, durch Next-Generation Sequencing in südamerikanischen Fledermäusen identifiziert. Allerdings konnte bisher kein infektiöses Virus isoliert oder durch Reverse Genetik hergestellt werden und somit war die Untersuchung dieser neuartigen Viren bisher nicht möglich.

Lay summary

Uns ist es nun gelungen, chimäre Viren zu generieren, die die sechs internen Segmente der Fledermausviren, sowie die Oberflächenproteine HA und NA von konventionellen Influenzaviren besitzen. Wir konnten zeigen, dass diese chimären Viren nicht mit konventionellen Influenzaviren reassortieren können und dass dies unter anderem an einer unbekannten Inkompatibilität des Nukleoproteins liegt. Im Gegensatz zu allen bekannten Influenzaviren binden Hemagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA) dieser Fledermausviren nicht an Sialinsäure und daher sind der zelluläre Rezeptor und der Mechanismus des Eintritts in die Wirtszelle ebenfalls unbekannt. In diesem Kollaborationsprojekt möchten wir die wichtigen offenen Fragen zur Identität des Rezeptors und den Blockaden bei der Reassortierung beantworten und schlussendlich die authentischen Fledermaus-Influenzaviren generieren.