Lead
Ausgehend von der Annahme, dass Religion am Lebensende eine besondere Stel-lung einnimmt, untersucht das Forschungsprojekt alternative Formen von Religion im Rahmen der Begleitung schwer Kranker und Sterbender in einem Hospiz sowie in einem anthroposophischen Spital.

Lay summary

Während in der medizinischen Forschung der Religiosität schwer Kranker und Sterbender eine grosse Bedeutung zugewiesen wird, fokussiert sie meistens auf konventionelle Formen von Religion. Dies korreliert mit dem Umstand, dass die Begleitung in diesem Bereich von den Gesundheitsorganisationen mehrheitlich an die Landeskirchen delegiert wird. Und dennoch spielen alternative Formen von Religion in der medizinischen Praxis zunehmend eine Rolle. Dies stellt den Ausgangspunkt des vorliegenden Forschungsprojektes dar, das den Zusammenhang von alternativer Religiosität und Sterbebegleitung am Beispiel zweier unterschiedlicher Gesundheitsorganisationen untersucht. Im Zentrum des Interesses stehen die medizinische Praxis sowie die organisationsbedingten und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die alternative Formen von Religion in der Begleitung am Lebensende strukturieren.

Mit diesen Forschungsinteressen verfolgt das Forschungsprojekt eine doppelte Zielsetzung: Zum einen wird die in der Forschung vorhandene Lücke zu alternativen Formen von Religion gefüllt. Und zum anderen wird ein Beitrag zur religionswissenschaftlichen Diskussion zu Spiritual Care und Komplementärmedizin erbracht, deren Praxis in den beiden Feldforschungen vermittels teilnehmender Beobachtung und qualitativer Interviews erforscht wird.