Lead
Entomopathogene Nematoden und Bakterien könnten eine wichtige Rolle in der biologischen Bekämpfung von Bodenschädlingen spielen, wenn geeignete Freilassungsmethoden vorhanden wären. Das Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Formulierung, bei der die nützlichen Organismen in Alginatkugeln eingebettet werden, wodurch die Lagerzeit des Produktes verlängert und seine Ausbringung erleichtert würde.

Lay summary

Entomopathogene Nematoden (EPN) können bodenlebende Insekten mit Hilfe von symbiotischen Bakterien innerhalb von wenigen Tagen abtöten. In der ersten Phase des NRP68 hat sich gezeigt, dass die Dichten von EPN in landwirtschaftlichen Böden – unabhängig von den Bearbeitungsmethoden – viel tiefer sind als in Böden an natürlichen Standorten. Für entomopathogene Bakterien (EPB) dürfte die Situation ähnlich sein. In Kulturen, bei denen Probleme mit bodenlebenden Schädlingen auftreten, müssten die Nützlinge also ausgebracht werden, wofür es bisher aber keine wirksamen und kostengünstigen Behandlungsmethoden gab. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, eine neue Methode zu entwickeln, die darauf basiert, dass die nützlichen Organismen in Alginatkugeln eingekapselt werden. Diese Formulierungen sollen durch die Zugabe von Pflanzenstoffen weiter optimiert werden, die einerseits die EPN zur besseren Lagerfähigkeit in einen Ruhezustand versetzen und andererseits die Schädlinge anlocken und zum Fressen der Kugeln animieren sollen. Beide Strategien wurden unter Laborbedingungen für gewisse Schädlinge bereits erfolgreich getestet. Die Wirksamkeit soll nun aber auch in Feldversuchen gezeigt werden, und zwar gegen die Kohl- und die Möhrenfliege, zwei wichtige Schädlinge im Gemüsebau, und gegen den Maiswurzelbohrer, eine eingeschleppte Käferart, die grosse Schäden in Maiskulturen verursachen kann. Wenn es gelingt, diese neue Schädlingsbekämpfungsmethode zu realisieren, leistet das einen Beitrag zu einer umweltschonenderen Landwirtschaft.