Lead
Extreme Wetterereignisse sind weltweit für Überflutungen und Dürren verantwortlich, die nicht nur finanziellen Schaden verursachen, sondern auch regelmäßig Menschenleben fordern. Die letzte Finanzkrise hat außerdem gezeigt, dass das Unterschätzen der Wahrscheinlichkeiten von sehr seltenen Marktszenarien einen verheerenden Einfluss auf die Risikobewertung haben kann. Die Verkettung beziehungsweise Gleichzeitigkeit von Extremereignissen- starke Regenfälle in einem großen Gebiet oder simultane Insolvenzen von wichtigen Banken - stellt oft eine große Gefahr für ein System dar. Die möglichst genaue Quantifizierung dieser Risiken ist eine Herausforderung, für die neue statistische Modelle benötigt werden.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist, effektive Methoden zur Analyse von komplexen Extremereignissen und deren Risikobewertung zu entwickeln. Dabei wird im Mittelpunkt stehen, theoretische Ergebnisse aus der sogenannten Extremwerttheorie in praxisrelevante Instrumente zu überführen. Im Detail werden (i) Simulationsmethoden von selten Ereignissen verbessert, die es erlauben, extreme Szenarien zu erzeugen und deren räumliche Abhängigkeitsstruktur zu bestimmen. Es soll außerdem untersucht werden, wie (ii) Ergebnisse aus Klimamodellen genutzt werden können, um die Gefahr von lokalen Wetterextremen zu quantifizieren. Ein weiteres Ziel ist, (iii) die Verkettung von einzelnen, extremen Ereignissen in komplexen Systemen zu analysieren, und das damit verbundene systemische Risiko zu bewerten.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Die Ergebnisse dieses Projektes werden eine verbesserte Bewertung der gesellschaftlichen und ökologischen Risiken durch Extremereignisse ermöglichen. Dies wird unter anderem Regulierungsbehörden valide Grundlagen zur Einschätzung der Gefahr durch Hochwasser oder andere Naturkatastrophen liefern und dadurch helfen, die genannten Risiken zu begrenzen.