Lead
Der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik in Genf (CERN) ist der grösste und stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. In riesigen Detektoren erzeugt er Zusammenstösse zwischen Elementarteilchen mit sehr hohen Energien. Solche Experimente untersuchen die grundlegendsten Eigenschaften der Natur und haben im Jahr 2012 zur Entdeckung des Higgs-Bosons geführt (wofür die theoretischen Physiker François Englert und Peter Higgs im Jahr 2013 den Physik-Nobelpreis erhielten). Sie werden weitergeführt mit dem Ziel, noch mehr neue Phänomene zu entdecken.

Lay summary

Mit 46 Metern Länge und 25 Metern Höhe ist ATLAS der grösste dieser Detektoren, während CMS mit 12‘500 Tonnen der schwerste ist. Bauteile für die Detektoren kommen aus der ganzen Welt: viele Tausende von Forscherinnen und Forschern an über 400 Hochschulinstituten haben sie ausgedacht, entwickelt und gebaut. Diese Gruppen sind daher auch während der gesamten Betriebsdauer für den tadellosen Betriebszustand ihrer Bauteile verantwortlich. Die Betriebskosten der Detektoren werden zwischen CERN und den beteiligten Forschungsinstitutionen geteilt.

Die Subvention deckt die Unterhalts- und Wartungskosten für die von den beteiligten Schweizer Instituten (Universitäten Bern, Genf und Zürich, EPF Lausanne, ETH Zürich, Paul Scherrer Institut) gelieferten Bauteile für die Detektoren ATLAS, CMS und LHCb. Sie umfasst auch einen prozentualen Anteil an den allgemeinen Betriebskosten der Experimente wie Kühlmittel- und Gasverbrauch, Kranbetrieb, technische Unterstützung, Vakuumanlagen, Rechenleistung, Kommunikation und Administration. Diese Leistungen gehören zu den Abmachungen, welche die beteiligten Institute seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit getroffen haben. Sie werden daher vom Schweizerischen Nationalfonds als obligatorische Beiträge der Schweiz an die LHC-Experimente angesehen.

 

 

Die Schweizer Forschungsgruppen – finanziert durch die Normalförderung des SNF – werten die von den drei Detektoren ATLAS, CMS und LHCb aufgezeichneten Daten aus und publizieren in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften zahlreiche Spitzenresultate auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Aufgrund der während der ersten Betriebsphase zwischen Ende 2009 und anfangs 2013 gesammelten Daten sind bereits über 1000 Artikel erschienen. Eine zweite Betriebsphase ist von Mitte 2015 bis Mitte 2018 geplant, während der ein neuer Energiebereich mit vergrösserter statistischer Genauigkeit erforscht werden soll.