Lead
Das Dissertationsprojekt besteht aus vierTeilprojekten zu verschiedenen Aspekten von Geschlechterungleichheiten.

Lay summary

Teilprojekt 1: Geschlechterunterschiede im Karriereerfolg von Hochschulabsolvent/innen: Welchen Einfluss haben arbeitsbezogene Werte?
Der Artikel beschäftigt sich mit den ungleichen Karriereergebnissen zwischen Frauen und Männern. Mit den Daten der Hochschulabsolvent/innenstudie wird untersucht, welchen Effekt arbeitsbezogene Werte auf den Karriereerfolg haben. Die Oaxaca-Blinder-Zerlegung ermittelt, welche Faktoren den Geschlechterunterschied erklären können. Die Ergebnisse zeigen, dass Karriere-Aspirationen bei Männern einen stärker positiven Effekt haben als bei Frauen und dass ein beträchtlicher Anteil des Geschlechterunterschieds unerklärt bleibt.
Teilprojekt 2 (mit Simon Seiler): The Relationship between Educational Pathways and Occupational Outcomes at the Intersection of Gender and Social Origin
In this article, we are interested in the differences in the educational pathways and subsequent labour market outcomes by social origin and gender. We apply sequence analyses to model the educational trajectories and conduct regression analyses to determine how the individual’s own social status and the salary at labour market entry differs. First, our results show that educational pathways vary by parental status and gender when controlling for reading and mathematics/science skills. Second, these different trajectories lead to unequal occupational status and income. Besides these indirect effects, significant direct effects of parental status and gender on the individual’s own occupational status and salary can be found.
Teilprojekt 3 (mit Ben Jann und Andreas Diekmann): Gerechte Löhne für Frauen und Männer. Ergebnisse von drei Experimenten
Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied hat sich in der Schweiz in den letzten zwei Jahrzehnten zwar leicht verringert, aber die Lücke ist immer noch beträchtlich. Etwa 40% des Unterschieds lassen sich nicht durch Unterschiede in relevanten Faktoren, wie Humankapital oder Wirtschaftssektoren erklären. Um den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied aus einer anderen Perspektive zu beleuchten, haben wir einen alternativen Ansatz gewählt und drei Vignettenexperimente durchgeführt, um festzustellen, ob es einen „just wage gap“ zwischen Männern und Frauen gibt. Die Ergebnisse des ersten Experiments belegen eine geschlechtsspezifische Doppelmoral bei der Einkommensbewertung: Die Testpersonen beurteilten ein geringeres Einkommen für Frauen als gerecht. Die Ergebnisse des zweiten Experiments stehen im Gegensatz zu den ersten: Bei ähnlichem Design konnten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede im als gerecht beurteilten Einkommen festgestellt werden. Ein Grund für die Differenzen zwischen den Experimenten könnte sein, dass der Haushaltskontext nicht konstant gehalten wurde. Deshalb haben wir ein drittes Experiment durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der familiäre Kontext tatsächlich ein wichtiger Mediator ist. Die Befragten gewähren den Männern eine „Heiratsprämie“.