Lead
Kinder verwenden schon ab dem zweiten Lebensjahr eine Vielzahl an Werkzeugen. Werkzeuge transformieren die Körperbewegungen einer handelnden Person in werkzeugspezifische Effekte. Je nach Werkzeug ist diese Transformation mehr oder weniger komplex. Bei klassischen mechanischen Werkzeugen ist sie meist transparent, das heisst, unmittelbar einsichtig. Sie kann jedoch auch opaque, also nicht umittelbar durchschaubar sein (z.B. bei elektrischen Geräten). Neben solchen realen Transformationen durch reale Werkzeuge gibt es virtuelle Transformationen zwischen Körperbewegungen und resultierenden Effekten auf einem Bildschirm. Die Bedeutung der Transformationskomplexität im frühkindlichen Werkzeuglernen ist bisher weitgehend unerforscht.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

In Zentrum dieses Projektes steht die Frage, wie Kinder lernen, Werkzeuge mit steigender Transformationskomplexität zu bedienen und zu verstehen. In einer Reihe von Experimenten werden zweijährige Kinder Aufgaben mit verschiedenen Arten von Hebeln durchführen. Manipulieren werde ich die Komplexität der Transformation zwischen Körperbewegung und Effekt am Hebelende (transparente vs. opaque und reale vs. virtuelle Transformation). Mittels Verhaltensbeobachtung und Eyetracking werde ich Parameter der Handlungskompetenz und des Handlungsverständnisses erfassen. Übergeordnetes Ziel ist es, Besonderheiten und Ähnlichkeiten in der Informationsverarbeitung beim Werkzeughandeln für die verschiedenen Transformationsarten zu erforschen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Durch eine rasant fortschreitende technologische Entwicklung werden klassische mechanische Werkzeuge unseres alltäglichen Lebens durch Werkzeuge mit opaquer oder virtueller Transformation ersetzt. Dieses Projekt ist eines der ersten, das transparente und opaque Werkzeugtransformationen kontrastiert und die Bedeutung virtueller Transformationen im frühkindlichen Werkzeughandeln untersucht.