Lead
Dieses Forschungsprojekt untersucht die zellulären und molekularen Mechanismen der Einwanderung von CD8 Killer T Zellen in das zentrale Nervensystem während entzündlicher Prozesse im ZNS.

Lay summary
±Bei der Multiplen Sklerose (MS) greifen Immunzellen, die normalerweise unseren Körper vor Krankheitserregern schützen, das zentrale Nervensystem (ZNS) an. Vom Blutkreislauf aus gelangen sie über die Blut-Hirn-Schranke (BHS) in das ZNS und zerstören dort die Isolationsschicht von Nervenzellen, das Myelin. Dies führt zu vielfältigen Störungen der Infor-mationsübermittlung der Nervenzellen und daher zum variablen klinischen Erscheinungsbild der MS.  
Zur Navigation durch den Körper verwenden Immunzellen bestimmte Adhäsions und Signalmoleküle auf ihrer Oberfläche. Das Adhäsionsmolekül VLA-4 vermittelt z.B. das Andocken von autoagressiven Helfer T Zellen an die BHS. Das Medikament Natalizumab blockiert VLA-4 und verhindert deshalb das Auswandern der autoagressiven Helfer T Zellen in das ZNS. Abklingen der Entzündung im ZNS lindert das klinische Erscheinungsbild der MS. Leider führt die Behandlung mit Natalizumab nach längerer Behandlungsdauer in ca. 1 von 1000 MS Patienten zur Reaktivierung eines Virus, welcher Zellen im ZNS schädigt.  Dies spricht dafür, dass Natalizumab auch das Einwandern von Killer T Zellen, welche das Virus im ZNS in Schach halten, blockiert und somit die Immunüberwachung im ZNS zusammenbricht.
Weitere Befunde zeigen mittlerweile, dass Killer T Zellen auch eine Rolle bei der Pathogenese der Multiplen Sklerose spielen können.
In unsererm Forschungsprojekt wollen wir die molekularen Signale, welche Killer T Zellen zur Einwanderung in das ZNS verwenden identifizieren. Dazu verwenden wir neue Killerzell vermittelte in vivo Entzüngsmodelle des ZNS und verschiedene bildgebende Verfahren. Wir werden die Auswanderung von Killer T Zellen aus dem Blutkreislauf in vivo und in vitro mit Zeitraffervideoaufnahmen und modernster Mikroskopie analysieren. Wir hoffen in unserem Forschungsprojekt, Killerzell-spezifische Mechanismen bei der Einwanderung dieser T Zellen in das ZNS zu entdecken. Dies wäre der Ansatzpunkt im sichere Therapien für die MS zu entwickeln.