Lead
Gottfried Semper (1803-1879) hat ein umfangreiches theoretisches Werk hinterlassen, in dem er Architektur als Teil der materiellen Kultur interpretiert. Während seines Londoner Exils (1850-55) war er hautnah mit Phänomenen eines Globalisierungsschubs konfrontiert, der seinen prägnantesten Ausdruck in der Weltausstellung von 1851 gefunden hat.

Lay summary

London war damals die wichtigste Drehscheibe radikaler Veränderungen, die auch die Welt der Architektur, der Kunst und der Wissenschaften betrafen. Semper befand sich als Beobachter, praktizierender (Ausstellungs-) Architekt und Lehrer am Department of Practical Art für einige Jahre am Puls der Zeit. 

 

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur historischen Fundierung der aktuellen disziplinären Erweiterung der Architektur- und Kunstgeschichte in Richtung einer «Weltkunstgeschichte» respektive «globalen Kunstgeschichte». In historischer Perspektive rückt es Aspekte heutiger Globalisierung in den Blick und partizipiert an aktuellen Diskussionen zur Bedeutung des materiellen Gegenstands in einer zunehmend virtualisierten Welt.

London war damals die wichtigste Drehscheibe radikaler Veränderungen, die auch die Welt der Architektur, der Kunst und der Wissenschaften betrafen. Semper befand sich als Beobachter, praktizierender (Ausstellungs-) Architekt und Lehrer am Department of Practical Art für einige Jahre am Puls der Zeit. Das Projekt untersucht in disziplingeschichtlicher Perspektive Sempers Überlegungen zur globalen Entwicklung der architektonischen Kultur in ihrem wissens- und wissenschaftsgeschichtlichen Kontext. 

Zwei Dissertationen behandeln Fragen der architekturgeschichtlichen Methodenbildung unter den übergreifenden Aspekten der Globalisierung respektive der Materiellen Kultur. 

Ein inhaltlich und in den Arbeitsstrukturen eng mit den Dissertationen verbundenes Editionsprojekt erschliesst mit einer Auswahl von Sempers Schriften aus dem Nachlass im gta Archiv der ETH Zürich zentrale Quellengrundlagen.