Lead
Journalismusforscher und Journalisten verstehen sich schlecht. Letztere werfen der Wissenschaft Vermittlungsprobleme vor, während sich Forscher primär an ihresgleichen wenden und sich wenig um eine verständliche Sprache kümmern. Das Netzwerk des European Journalism Observatory (EJO) will diese Kommunikationsbarrieren nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv Nachwuchswissenschaftler dabei unterstützen, Resultate der Schweizer Medienforschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Lay summary
Gerade in der Demokratie einer Mediengesellschaft wäre es wichtig, dass Medien auch kritisch über Medien berichten und dabei zumindest sporadisch wissenschaftliche Befunde einbeziehen; Antworten auf Fragen also, die an zahlreichen Instituten der Medienwissenschaft bearbeitet werden. Dabei stellt sich aber das Problem, dass sich Medienwissenschaftler damit meist schwer tun, ihre Forschungsresultate so aufzubereiten, dass sie auch für Journalisten verwertbar sind. Gerade angesichts der wahrnehmbaren Medienfinanzierungskrise sollten solche Kommunikationsbarrieren überwunden werden. Journalismusforscher sollen mehr und verständlicher mit potenziellen Anwendern ihrer Forschung kommunizieren – mit Journalisten und Medienmanagern, mit Medienpolitikern oder mit Medienregulatoren. Mit dem Projekt EPICUR setzen sich Forschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zum Ziel, Ergebnisse der Schweizer Medienforschung in den deutschsprachigen Ländern sichtbarer zu machen. Das Netzwerk des European Journalism Observatory (EJO) und seine zehnsprachige Webseite sind dafür eine geeignete Plattform. In Workshops wird Nachwuchswissenschaftlern vermittelt, wie sie mit ihren Forschungsresultaten auf Journalisten zugehen und diese – auch über den Einsatz von Social Media – einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen können. In Zusammenarbeit mit dem EJO-Team der Universität Lugano werden auch Vermittlungsleistungen in englischer Sprache vorangetrieben.