Lead
Oft werden Menschen am Lebensende in Intensivpflegestationen (IPS) eingewiesen. Dieses Projekt untersucht, auf welcher Grundlage Ärzte und Ärztinnen die Entscheidung treffen, einen schwer kranken, stationär betreuten Patienten auf die Intensivstation zu verlegen oder nicht.

Lay summary

Hintergrund
Bei der Intensivmedizin handelt es sich um eine besondere und kostenintensive Gesundheitsleistung. Ein Patient ist bei einem Aufenthalt auf der Intensivstation einer grossen körperlichen und emotionalen Belastung ausgesetzt. Daher sollten die Chancen des Überlebens und die Lebensqualität signifikant erhöht werden. Gleichzeitig muss die Verlegung mit Einwilligung der Patienten vorgenommen werden. Die Betroffenen sind vor allem gebrechliche Patienten fortgeschrittenen Alters und Menschen, die an einer schweren Erkrankung leiden und denen eine schlechte Prognose gestellt wurde. Der Prozess der Entscheidungsfindung muss gerecht sein. Bei der Abwägung der Umstände sollten alle Patienten gleich behandelt werden.

Ziel
Die Studie will erforschen, welche Faktoren den Entscheidungen der Ärzte und Ärztinnen für oder gegen die Verlegung eines Patienten auf die Intensivpflegestation zugrunde liegen. Gespräche mit Internisten und Intensivmedizinern stellen ein Teil der Studie dar. Darüber hinaus erfolgt eine Evaluation von Entscheidungskriterien mittels Fragebogen. Einerseits soll also ermittelt werden, ob IPS-Ärzte und -Ärztinnen das Sterberisiko bei Patienten, die für eine Verlegung auf die IPS vorgesehen sind, in gleicher Weise einschätzen wie Stationsärzte und -ärztinnen. Andererseits soll eruiert werden, aufgrund welcher Faktoren diese Einschätzungen zustande gekommen sind.

Bedeutung
Anhand der Ergebnisse sollen bei der Einweisung von Patienten in die Intensivpflegestation Verbesserungsmöglichkeiten eruiert und Strategien zur Förderung einer gerechten Verteilung dieser Gesundheitsressourcen entwickelt werden.