Lead
Für behandelnde Teams ist es oft schwierig, die Wünsche der Patienten am Lebensende zu berücksichtigen und die Angehörigen zu unterstützen. Um Einsicht in diese Prozesse zu erhalten, sollen die Instrumente der Planung ("Advance Care Planning") und der Entscheidungshilfen ("Decision Aids") zusammengeführt und in der Praxis getestet werden.

Lay summary
Hintergrund
In den letzten 20 Jahren hat sich gezeigt, dass die Stärkung der rechtlichen Verbindlichkeit von Patientenverfügungen ethisch und juristisch relevant ist. Das kommende Erwachsenenschutzrecht fördert diese Stärkung. Damit ist jedoch nicht gewährleistet, dass die Behandlung am Lebensende den Wünschen der Patienten angepasst wird oder die Entscheidungsfindung der Patienten, ihrer Angehörigen und der Behandlungsteams leichter geworden ist.

Ziel
Die Studie beabsichtigt, zusammen mit nationalen und internationalen Partnern die Best Practice zur Planung der Situation am Lebensende zu entwickeln. Für die Schweiz bedeutet dies zunächst, ein Programm für das Akutspital zu testen. Durch das Programm werden zum einen Ärzte und Ärztinnen weitergebildet. Analog zu international erfolgreichen Programmen werden zum anderen auch Fachkräfte des Gesundheitswesens (Pflegende, Sozialarbeitende, Seelsorgende) zur zertifizierten Gesprächsführung ausgebildet. Das Programm wird mittels einer Interventionsstudie getestet. Berücksichtigt werden urteilsfähige Patienten, die voraussichtlich nur noch wenige Wochen bis Monate zu leben haben, und ihre nächsten Bezugspersonen.

Bedeutung
Bisherige Studien zeigen, dass Programme strukturierter Gespräche durch geschulte Behandlungsteams dazu führen, dass die Anzahl der Patientenverfügungen zunimmt, die Entscheidungsunsicherheit abnimmt und die Wünsche der Patienten häufiger berücksichtigt werden. Angehörige scheinen zudem nach dem Tod des Patienten signifikant weniger traumatisiert und depressiv zu sein. Zudem nehmen durch solche Programme die Zahl medizinisch invasiver Behandlungen und die Kosten am Lebensende ab, ohne dass dies einen negativen Einfluss auf die Sterblichkeit hat. Die Forschenden hoffen mittels des Weiterbildungsprogramms, der damit verbundenen Dokumentation und der Informationsvermittlung zwischen Spital, Rettungsdiensten und Hausärzten und -ärztinnen die Praxis entscheidend zu verbessern.