Lead
Am Lebensende von Menschen entstehen für pflegende Angehörige kritische Situationen. Das Projekt untersucht, wie solche Situationen von den Angehörigen wahrgenommen werden und wie sie damit umgehen. Es entwickelt Massnahmen, die belastende Spitaleinweisungen von sterbenden Menschen verhindern.

Lay summary

Hintergrund
Viele Menschen wünschen sich, ihre letzten Tage zu Hause verbringen zu können. Angehörige, Bekannte und Freunde engagieren sich oft, um den sterbenden Menschen diesen Wunsch zu erfüllen. Trotzdem sterben viele Menschen im Spital oder Heim, da sie kurz vor dem Tod notfallmässig eingewiesen werden. Ausschlaggebend sind die psychische und physische Belastung aller Beteiligten, fehlendes Wissen über den Sterbeprozess und Umgang mit typischen Symptomen, aber auch mangelhafte Unterstützung oder gar unangemessene Reaktionen von Fachleuten in Krisensituationen. Dass sterbende Personen ihre letzten Tage auf der Intensivstation anstatt in ihrem vertrauten Umfeld verbringen, kann für die Angehörigen belastend sein, weil sie den Sterbenden den Wunsch nach einem Tod zu Hause nicht erfüllen konnten.

Ziel
Das Projekt untersucht kritische Situationen am Lebensende von Menschen, die zu Hause betreut werden. Die pflegenden Angehörigen werden darüber befragt, welche Angebote und Rahmenbedingungen notwendig wären, um unnötige Spitaleinweisungen zu vermeiden. Um den Einfluss verschiedener Rahmenbedingungen und kultureller Unterschiede zu erkunden, wird die Forschung in den französisch- und in den deutschsprachigen Teilen der Kantone Wallis und Freiburg durchgeführt. Dabei werden Fachpersonen aus verschiedenen Organisationen befragt. Zudem werden ausführliche Gespräche mit pflegenden Angehörigen und anderen nahestehenden Personen durchgeführt.

Bedeutung
Die Erkenntnisse dienen dazu, Instrumente und Workshops zu entwickeln, die pflegende Angehörige und Fachpersonen bei der Betreuung von sterbenden Personen stärken und unterstützen. Zum einen kann damit dem letzten Wunsch vieler sterbenden Personen besser entsprochen werden, zum anderen wirken diese Informationen für einen besseren Umgang mit der Situation entlastend - für die Angehörigen und für das Gesundheitssystem.