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Lay summary

Wir wissen aus der Professionsforschung, dassStudierende des Lehrberufs mit spezifischen Überzeugungen vom Lehrenund Lernen in das Studium eintreten, die im Rahmen ihrer eigenenSchulzeit geprägt worden sind, und dass diese Vorstellungen denAufbau von Wissen und Können im Rahmen des Studiums beeinflussen.Der Anfang des Studiums und die erste Begegnung mit dem Berufsfeld imersten Praktikum können als sensible Phase der Professionalisierungund als Basis der Expertisebildung gelten, weil Studierendeherausgefordert sind, die Schülerperspektive auf Lehr-Lern-Handelnin eine professionelle Perspektive zu transformieren. Im Projekt MIPSwird untersucht, wie sich die Wissenskonstruktionen in dieser Phaseverändern. Mit der qualitativen Methodologie der Diskursanalysewerden die Verständnisse der fachbezogenen Konzepte, des Lernens undLehrens sowie der professionellen Rolle begrifflich als Lesartengefasst. Als empirisches Material dienen 90 Lernberatungsgesprächeaus dem zweiten Semester in den Fächern Mathematikdidaktik,Kunstpädagogik und Allgemeiner Didaktik, in denen StudierendeLesarten der Gegenstände der jeweiligen Fächer artikulieren und miteinem/r Dozierenden diskutieren. Mit dem Projekt werden zweiFragestellungen verfolgt: (1) Welche Lesarten entwickeln dieStudierenden in Bezug auf die Fachlichkeit sowie das Verhältnis vonLehren und Lernen und wie positionieren sie sich dabei als zukünftigeLehrer/innen. (2) Inwiefern zeigen sich in denLernberatungsgesprächen die Eigensinnigkeit und Beharrlichkeit derin das Studium mitgebrachten Überzeugungen und welche Formen desBeratungshandelns unterstützen die Weiterentwicklung der Lesarten.Methodisch schliesst die Studie an die interdisziplinäreMethodologie der Analyse diskursiver Praktiken an, mit der zugleichdie Bedeutungsstruktur von Lesarten und die Interaktionsprozesseeines Beratungsgesprächs zum Untersuchungsgegenstand werden.

Projektmitarbeiterinnen: Katharina Scharl, Prof. Christiane Maier Reinhard, Barbara Ryter