Lead


Lay summary
Lead: Mit einer gesamtschweizerischen Kohortenstudie wird das Projekt die Häufigkeit und die Entwicklung der Selbsttötungen analysieren, die durch Sterbehilfe-Organisationen in der Schweiz zustande kamen. Zudem wird die Rolle von individuellen Prädiktoren wie Geschlecht, Zivilstand, Bildung und Religion beim assistierten Suizid beschrieben. Hintergrund: Im Gegensatz zu den meisten andern Ländern kennt die Schweiz kein Verbot der Hilfeleistung bei der Selbsttötung, sofern diese nicht im eigenen Interesse geleistet wird. Die Aktivität von Sterbehilfe-Organisationen wie Exit und Dignitas ist aber ethisch und rechtlich umstritten. Die vorhandenen Daten zur Aktivität dieser Organisationen lassen auf eine Zunahme der Fälle von assistiertem Suizid in den vergangenen Jahren schliessen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) ist daran, alle diese Fälle rückwirkend bis 2001 zu identifizieren. Mit der Swiss National Cohort (SNC), die anonym die Daten der Volkszählung 2000 mit der Todesursachenstatistik des BFS verlinkt, ist damit in der Schweiz eine einzigartige gesamtschweizerische Kohortenstudie zu den Selbsttötungen unter Mithilfe von Sterbehilfe-Organisationen möglich. Das Ziel: Ziel des Projektes ist es, die Häufigkeit und die Entwicklung der Zahl der Fälle von Selbsttötungen unter Mithilfe von Sterbehilfe-Organisationen von 2001 bis 2010 zu beschreiben. Zudem wird die Rolle von Prädiktoren auf der Ebene des Individuums, des Haushalts und der Gemeinde beschrieben werden. Dies könnten neben Geschlecht und Alter zum Beispiel Zivilstand, Bildung, Religion oder Grösse des Haushalts sein. Bedeutung: Sterbehilfe-Organisationen gibt es in der Schweiz seit knapp 30 Jahren. In den vergangenen Jahren hat sich in Öffentlichkeit und Politik eine bisweilen scharf geführte Debatte über ethische und rechtliche Legitimation der Aktivität dieser Organisationen entwickelt. Auf Bundesebene laufen derzeit Vorbereitungen zu einer genaueren gesetzlichen Regelung der Aktivität von Sterbehilfe-Organisationen. Über die Epidemiologie der Selbsttötungen unter Mithilfe dieser Sterbehilfe-Organisationen in der Schweiz, sowie die Rolle von sozio-demografischen Prädiktoren ist bisher nur wenig bekannt. Hier kann die Studie Lücken schliessen und zu einer sachlichen Diskussion beitragen.