Lead


Lay summary
Lead245 Mio Menschen in Berggebieten weltweit sind laut FAO von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die Ernährungskrise 2007-08 hat diese Situation weiter verschärft. Harsches Klima, Abgelegenheit, schwieriger Zugang zu Märkten und hohe Produktionskosten sind strukturelle Gründe für diese Situation.ZieleAufgrund von Fallstudien aus Berggebieten in Afrika, Asien und Lateinamerika werden die Gründe für die schwierige Ernährungssituation analysiert und verglichen. Die Auswirkung der kurzfristigen Preiserhöhungen für Nahrungsmittel auf die Bevölkerung soll untersucht und gegenüber den anderen, strukturellen Faktoren bewertet werden. Das Ziel ist eine gemeinsame wissenschaftliche Publikation, welche diese Frage untersucht und Gegenmassnahmen diskutiert.BedeutungZwar bestehen bereits viele Untersuchungen über das generelle Phänomen des Hungerrisikos in abgelegen und marginalen Gebieten. Der besondere Fokus liegt aber hier auf den Berggebieten als einen speziellen räumlichen Kontext, und insbesondere auf die Auswirkungen der jüngsten, schockartigen Preiserhöhungen. Aus den Fallstudien, die nach einem vergleichbaren Muster ausgewertet werden. Damit sollen neue Einsichten über die Gründe für Hungerproblematik und mögliche Gegenmassnahmen ermöglicht werden. Eine relative Abfederung von den Marktschwankungen konnte aufgrund der Fallstudien teilweise bestätigt werden. Weil aber die untersuchten Gebiete und Haushalte nicht genügend Eigenproduktion aufweisen, haben die Preiserhöhungen letztlich trotzdem die Nahrungssituation weiter verschärft. Ein wesentlicher Anreiz zur Produktionssteigerung konnte nicht beobachtet werden, da die meisten Bauern über zuwenig Produktionsmittel und Arbeitskräfte verfügen. Gezielte Sozialprogramme der Regierungen haben in einigen Ländern aber geholfen, die Ernährungssituation der Haushalte zu stützen.Der Beitrag des SNF unterstützte einen Workshop, der im März 2010 in der Schweiz stattfand, und an dem Forschende aus Peru, Kolumbien, Ethiopien, Kenya, Nepal, Indien, China, Deutschland, Schweiz und der USA teilnahmen, wo sie ihre bisherigen Ergebnisse, welche sie unabhängig voneinander erarbeitet hatten, austauschen konnten. Eine gemeinsame wissenschaftliche Publikation will nun einen Beitrag leisten, die Berggebiete und ihre Bewohner weltweit durch besser gezielte Massnahmen zu unterstützen, und damit eine Beitrag zu leisten, die Anzahl der Hungernden langfristig zu reduzieren. Die Publikation wird neben dem SNF vom Centre for Development and Environment der Universität Bern, der DEZA und den Institutionen der beteiligten ForscherInnen unterstützt.