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Lay summary
Ziel des vorliegenden Projektes ist es, den Wissenstransfer der postkolonialen Theorie in die Schweiz anzuregen und eine postkoloniale Perspektive auf die Schweiz anzuwenden. Obwohl keine offizielle Kolonialmacht, war die Schweiz eingebunden in koloniale epistemische Ordnungen, Repräsentations- und Wissenssysteme. Die verbreitete Haltung, wonach die Schweiz mit dem Kolonialismus nichts zu tun gehabt habe, kann derart aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive kritisch hinterfragt werden.

Die Forschungsarbeit besteht aus drei diskursanalytischen Teilprojekten, die sich folgenden Themenbereichen widmen: Kinderbücher, Schweizer Bergsteigeexpeditionen im Himalaja und die Ethnopsychoanalyse. Die Dokumente, die den Untersuchungen zugrunde liegen, weisen alle einen expliziten Bezug zur Schweiz auf und sind zwischen 1930-1960 entstanden. In jedem Teilprojekt wird eine Auswahl von Schrift- und Bilddokumenten getroffen und vermittels diskursanalytischer und dekonstruktiver Lektüren auf koloniale Repräsentationsverfahren hin untersucht. Dabei wird gefragt, wie die Genese schweizerischer und europäischer Identitätsvorstellungen mit der Repräsentation kulturell Anderer verknüpft ist. Ein bedeutsamer Fokus liegt ausserdem auf der Intersektionalität und somit der Frage, wie koloniale Differenzen mit Geschlechter-, Sexualitäts-, Nationalitäts-, Religions- oder anderen Unterschieden verschränkt sind.

Thema sind somit a) die Eingebundenheit der Schweiz in eurozentrische, koloniale Wissensordnungen und b) die spezifisch schweizerischen Ausprägungen und Adaptionen solcher Denkstrukturen in wissenschaftlichen und populären Kontexten.