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Lay summary
Beruf und Familie sind zentrale Lebensbereiche. In diesem Projekt werden die individuellen Einflüsse (z.B. persönliche Ziele) sowie systemischen Einflüsse (z.B. normative Rollenvorstellungen) auf das Zusammenspiel dieser Lebensbereiche im Kontext familiärer Transitionen des jungen und mittleren Alters (Elternschaft, Grosselternschaft) untersucht.HINTERGRUND: Wie gestalten Menschen ihren Alltag und ihre Entwicklungswege? Das vorliegende Projekt nähert sich dieser allgemeinen Frage mit Blick auf zwei zentrale Lebensbereiche: Beruf und Familie. Ausgangspunkt ist ein Entwicklungsverständnis, in dem Reaktionen auf Umweltereignisse ebenso eine Rolle spielen wie das aktive Herbeiführen von lebensweltlichen Veränderungen. Besonders gut lassen sich im Erwachsenenalter Entwicklungsprozesse untersuchen, wenn Transitionen stattfinden. Transitionen in einem Lebensbereich können dabei auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche haben. Eine typische Transition des jüngeren Erwachsenenalters ist der Übergang in die Elternschaft. Der Übergang zur Grosselternschaft ist hingegen eine verbreitete Transition des mittleren Lebensalters. Beide Transitionen werden von zumeist positiv bewertet. Besondere Herausforderungen können sich allerdings bei familiären Transitionen ergeben, wenn diese mit beruflichen Projekten konfligieren oder dazu beitragen, bisherige Prioritäten in Frage zu stellen - sei es aus einem eigenen Bedürfnis heraus, sei es aufgrund normativer Erwartungen. ZIEL: Ziel ist es, individuelle und systemische Einflüsse auf das Zusammenspiel von Beruf und Familie in ausgewählten Lebensphasen herauszuarbeiten. Mit Blick auf den Übergang zur Elternschaft soll geklärt werden, wie sich berufliche Wiedereinstiegspläne und -verhalten von (werdenden) Müttern vorhersagen lassen. Hinsichtlich des Übergangs zur Grosselternschaft wird herausgearbeitet, ob und welche Konsequenzen sich für die eigenen beruflichen Zukunftspläne ergeben. Dabei kommen längsschnittliche Untersuchungsdesigns zur Anwendung.BEDEUTUNG: Dieses Projekt will zu einem differenzierteren Verständnis der Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in spezifischen Lebensphasen des Erwachsenenalters beitragen. Es soll Aufschluss darüber geben, ob und wie die berufliche Motivation erwerbstätiger Frauen und Männer sich in Abhängigkeit von familiären Ereignissen verändert. Ein wichtiger Schwerpunkt bildet darüber hinaus nicht nur die Frage, welche alltäglichen und biographischen Strategien der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingesetzt werden, sondern auch, wie erfolgreich diese aus individueller Sicht und aus der Perspektive des Umfeldes sind.