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Lay summary
Das Pro*Doc „Sprache als soziale und kulturelle Praxis“ ist als sprachwissenschaftliches Graduiertenkolleg angelegt. Das konvergierende Ziel des Ausbildungsmoduls und der drei zugehörigen Forschungsmodule ist es, zu einem aktuellen Verständnis der Schnittstelle Sprache - Sozialität - Kultur beizutragen. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit den kulturwissenschaftlichen Konzepten der Nachbarwissenschaften - insbesondere der Soziologie, der Anthropologie, der Geschichtswissenschaft und der Medienwissenschaft - vor dem Hintergrund der disziplineigenen Geschichte der Sprachtheorie und auf der Basis der verschiedenen Paradigmen der sprachwissenschaftlichen Erforschung von Sprachgebrauch und Sprachwissen als Interaktion im kulturellen Kontext.Mit der kulturwissenschaftlichen Ausrichtung trägt das Pro*Doc dem sich ändernden Arbeitsmarkt für Sprachwissenschaftler Rechnung: Es gibt in der internationalen Sprachwissenschaft eine Tendenz zur zunehmenden Interdisziplinarität, für die gut ausgebildete Nachwuchswissenschaftlerinnen gesucht werden. Zweitens gibt es in der Schweiz wie andernorts einen zunehmenden Druck auf die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche, Synergie-stiftend zusammenzuarbeiten. Dem steht ein Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gegenüber, der im deutschsprachigen Raum weitgehend disziplinär und einzelphilogisch ausgestaltet ist. Ein linguistischer Verbund der Germanistik, Anglistik, Französistik, Italianistik und der Allgemeinen Sprachwissenschaft soll daher die Fragmentierung der Einzelsprachphilologien überwinden und in mehreren Forschungsprojekten den Gebrauch von Sprache als soziale und kulturelle Praxis analysieren, so dass die geförderten NachwuchswissenschaftlerInnen als Mittler zwischen den Fächern und Disziplinen agieren. Das weiterführende Interesse gilt auch der Einbettung der Sprachwissenschaft im Kreis der Nachbarwissenschaften: Das Pro*Doc soll das Interesse an den nichtphilologischen Nachbarwissenschaften (Soziologie, Geschichtswissenschaft, Psychologie, Ethnologie) ebenso fördern, wie das Rezipieren und Integrieren von deren Forschungsergebnissen. Ziel ist es insgesamt, die Linguistik - in ihren verschiedenen philologischen Ausrichtungen - als Grundlagenwissenschaft - im Kontext eines kulturwissenschaftlichen Paradigmas zu verankern.