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Lay summary
Spätestens seit den Untersuchungen von PISA 2000 ist folgende Erkenntnis bekannt: Das Leistungsgefälle zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Gesellschaftsgruppen ist in der Schweiz so stark ausgeprägt, dass die Chancengleichheit in der Schule beeinträchtigt ist. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass Schriftentwicklungen mit der sozialen Herkunft nicht einfach determiniert sind.
Im Projekt wird versucht versucht, Faktoren literaler Resilienz zu ermitteln, d.h. herauszufinden, was Jugendliche mit für den Erwerb der Schriftlichkeit ungünstigen Bedingungen dazu bringt, sich im Lesen und Schreiben wider Erwarten gut zu entwickeln. Dazu schlagen wir eine Längsschnitt-Studie vor, in der zu zwei Zeitpunkten bei Jugendlichen der Sekundarstufe I Lese- und Schreibkompetenzen erhoben werden. Zusätzlich werden mit Fragebögen und (für eine Teilstichprobe) mit Interviews Faktoren der literalen Sozialisation ausgeleuchtet. Wir erwarten von der Auswertung solcher Daten einerseits ein vertieftes Verständnis der Wirkungsgefüge, welche die literale Sozialisation von unterprivilegierten Jugendlichen mitbeeinflussen und andererseits Hinweise auf Faktoren, welche ungünstige Ausgangsbedingungen auszugleichen vermögen. Die Resultate sollen die Grundlage für gezielte Fördermassnahmen bilden.