Project

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Moving in Every Direction. Künstlerische Forschung als Beitrag zur Entwicklung aktueller Raumkonfigurationen für das bewegte Bild.

English title Moving in Every Direction. Artistic Research as a Contribution to the Development of Contemporary Spatial Configurations for the Moving Image.
Applicant Truniger Fred
Number 197750
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Design & Kunst Hochschule Luzern
Institution of higher education Lucerne University of Applied Sciences and Arts - HSLU
Main discipline Theatre and Cinema
Start/End 01.01.2021 - 31.12.2023
Approved amount 500'000.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Theatre and Cinema
Other disciplines of Engineering Sciences

Keywords (8)

Expanded Cinema; Kunst; Urban Media; Dispositive des Films; Post-Cinema; Theater; Medialer Raum; Künstlerische Forschung

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt «Moving in Every Direction» (MIED) untersucht Filmpraktiken in der Kunst, die bewegte Bilder jenseits des Kinosaals präsentieren. Zwei künstlerische Forschungsprojekte konzentrieren sich jeweils auf Bereiche, in welchem das Medium Film in den vergangenen Jahrzehnten immer wichtiger geworden ist: Kunstausstellungen und den städtischen Raum.
Lay summary

Filmische Formen, die sich nicht im Kino sondern in unterschiedlichen Räumen finden, wurzeln unter anderem im Expanded Cinema der 1960er Jahre. Sie finden heute völlig neue Voraussetzungen vor: durch die Digitalisierung des Films, die vielfach verkleinerte Technik, die vernetzten Bildschirme und die zunehmend verbreiteten virtual- und augmented reality-Technologien. Aber auch, weil sich das Publikum immer mehr an bewegte Bilder im Alltag gewöhnt.

Das Projekt untersucht in zwei künstlerischen PhDs aktuelle Formen von Kunstinstallationen in Ausstellungen sowie im Stadtraum. Die Forschenden fragen, inwiefern künstlerische Installationen mit bewegten Bildern eine Erfahrung vermitteln, die (nicht) dem Sehen konventioneller Filme entspricht, und wie Künstlerinnen und Künstler vorgehen, wenn sie solche installativen Film-Arbeiten planen und umsetzen. Es will so die Praxis der Arbeit von Künstler*innen in die Theoriebildung einbringen und einen Beitrag leisten im Rahmen des grundlegenden und anhaltenden Wandels der zeitgenössischen Film- und Medienwissenschaft, in der räumliche Paradigmen immer stärker in den Vordergrund treten.

Die Ergebnisse werden in Ausstellungen und installativen Arbeiten vorgestellt und in schriftlicher Form veröffentlicht.

Direct link to Lay Summary Last update: 27.11.2020

Lay Summary (English)

Lead
The project "Moving in Every Direction" (MIED) examines film practices in art that involve the moving image beyond the traditional cinema auditorium. Two artistic research projects each focus on an area increasingly important for cinematic representations in recent decades: art exhibitions and the urban space.
Lay summary

Cinematic forms outside the cinema and presented in variable spaces are rooted, among others, in the Expanded Cinema of the 1960s. Today, they find completely new prerequisites: through the digitalization of film, a technology that has been scaled down substantially, through networked screens and through the increasingly widespread use of virtual and augmented reality technologies. But also because audiences are becoming increasingly accustomed to moving images in everyday life.

The project investigates current forms of art installations in exhibitions as well as in urban space in two artistic PhD's. The researchers ask to what extent artistic installations with moving images provide an experience that corresponds (or does not correspond) to the viewing of a conventional film, and how artists proceed when they plan and realize such installative film works.  In this way, it aims to introduce the knowledge of artistic practice into the theory formation of film and media studies, thus contributing to the fundamental and ongoing transformation of contemporary film and media studies, in which spatial paradigms are increasingly coming to the fore. The results will be presented in exhibitions and installative works and published in written form.

Direct link to Lay Summary Last update: 27.11.2020

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

GegenstandsbestimmungDas Projekt "Moving in Every Direction" (MIED) untersucht zeitgenössische Praktiken des Films, die bewegte Bilder in räumlichen Konfigurationen jenseits des traditionellen Kino-Dispositivs präsentieren. Solche im Expanded Cinema der 1960er Jahre wurzelnden Praktiken der Inszenierung bewegter Bilder im Raum finden heute völlig neue Voraussetzungen vor: durch die Digitalisierung des Mediums Film, die Miniaturisierung der Technik, die Vernetzung von Bildschirmen, die Verbreitung von VR/AR/MR und XR-Technologien und die Gewöhnung der Zuschauer*innen an ubiqui¬ti¬sierte, raumgebundene Präsentationsformen im Alltag. Das vorgeschlagene Projekt fokussiert auf künstlerische Praktiken des bewegten Bildes in Ausstellungen, im Theater und im Stadtraum. Es soll die aisthetischen und narrativen Potentiale sowie die Produktionsprozesse dieser Formen in aktuelle Debatten über Film einbringen.Fragestellungen, Hypothesen"Moving in Every Direction" analysiert in vergleichenden Studien über drei exemplarische Bereiche des Films im Raum, inwiefern das Erlebnis der Kombination medialer und physischer Räumlichkeiten in unterschiedlichen Konfigurationen filmische Erfahrung konstituiert. Es erforscht in diesem Rahmen Modelle von Zeit, Raum und Körper, die Künstler*innen ihren Arbeitsprozessen zu Grunde legen, und beansprucht so, Perspektiven künstlerischer Produktion in die Theoriebildung einzubringen. Zugrunde liegt die Arbeitshypothese, dass das Expanded Cinema durch die zeitgenössischen räumlichen Praktiken fortgeschrieben, aber zugleich der Notwendigkeit einer Neudefinition ausgesetzt wird. Aus dieser Perspektive lassen sich historische Kontinuitäten künstlerischer Praktiken im analogen und digitalen Filmschaffen aufzeigen, von welchen wir einen alternativen Zugang zur übergreifenden Diskussion um den postkinematografischen Film erwarten.MethodenRäumliche Konfigurationen des Films können noch immer als emergentes Phänomen bezeichnet werden, und die Entwicklung neuer Formen liegt noch mehrheitlich in den Händen der Künstler*innen und Entwickler*innen. Mit Rücksicht darauf umfasst das Projekt vier Teilprojekte. Drei davon sind als praxisbezogene künstlerische PhD-Forschung konzipiert. In einem vierten Teilprojekt soll die reflexive Praxis künstlerischer Forschung durch einen theoretischen Ansatz aus der Film- und Medienwissenschaft ergänzt und der Wissens¬transfer von der Praxis in die Theorie auch aus der Perspektive der betroffenen Fachwissenschaften sichergestellt werden. Auf Grundlage phänomenologischer Betrachtungsweisen verwenden wir einen Mixed-Methods-Ansatz, abgestützt auf ein auf der Grounded Theory beruhendes Forschungsdesign.RelevanzDas Projekt leistet einen Beitrag im Rahmen des grundlegenden und anhaltenden Wandels zeitgenössischer Film¬theorie, in der räumliche Paradigmen in den Vordergrund treten und erprobt diese im grösseren Zusammenhang künstlerischer und transdisziplinärer Forschung. Insbesondere im öffentlichen Raum stellt das Projekt alternativen zu dessen werbe- und marketinggetriebenen Durchdringung zur Diskussion und liefert Vorschläge, wie die an der Entwicklung medialer Räume beteiligten Fachwissenschaften in einen gemeinsamen Diskurs eingebunden werden können.
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