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Vom behinderten Menschen zum Invalidenrentenbezüger - ein Leben lang?

Applicant Bachmann Ruth
Number 59697
Funding scheme NRP 45 Future Problems of the Welfare State
Research institution Interface Politikstudien Forschung Beratung
Institution of higher education Companies/ Private Industry - FP
Main discipline Sociology
Start/End 01.11.2000 - 29.02.2004
Approved amount 320'000.00
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Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Zeitraum von 1993 bis 1996 hat die Zahl der IV-Rentenbezüger/-innen in der Schweiz pro Jahr um fünf Prozent zugenommen. Die starke Zunahme hat massive finanzielle Auswirkungen für die Invalidenversicherung. Deren Kosten stellen eine wachsende Belastung für den Sozialstaat dar. Die Gründe für den Zuwachs an IV-Rentenbezüger/-innen liegen heute noch weitgehend im Dunkeln. Lediglich rund ein Fünftel des Wachstums ist auf die veränderten demographischen Verhältnisse zurückzuführen. Die vermutete «quasi institutionalisierte» Verlagerung von ausgesteuerten Arbeitslosen ins Invalidensystem lässt sich nicht nachweisen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dagegen veränderte Krankheitsbilder. Unklar sind aber nicht nur die Ursachen, welche zu einer Zunahme der Rentenbezüger/-innen geführt haben. Offen ist vor allem auch, zu welchen Veränderungen eine Rentensprechung im wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Leben von Bezüger/-innen führt und welche Einflüsse allenfalls einen Austritt aus dem Versicherungssystem nach sich ziehen. Mit dem Projekt «Vom behinderten Menschen zum Invalidenrentenbezüger - ein Leben lang?» soll den Faktoren, welche zum Eintritt ins und zum Austritt aus dem Invalidenversicherungssystem führen, nachgegangen werden.
Das Projekt wählt einen individuellen lebensgeschichtlichen Zugang. Damit können erstens neue vertiefte Erkenntnisse über die Prozesse in der Lebenssituation von behinderten Personen gewonnen werden, zweitens wird es möglich, die verschiedenen Teilaspekte der Lebenslage zu integrieren und Erkenntnisse über deren Zusammenwirken bereitzustellen. Methodischer Ausgangspunkt des Projekts stellen die Revisionsentscheide der IV-Stellen sowie eine Befragung von Rentner/-innen mit einer Rentenzusprache während der letzten Jahre dar. In einer ersten Erhebungsphase wird eine statistische Auswertung der Revisionsentscheide für den Zeitraum 1985 bis 1999 vorgenommen. In der zweiten Phase wird bei einer Stichprobe ein persönliches Interview zur Lebenssituation vor, während und nach dem IV-Rentenentscheidverfahren vorgenommen. In der dritten Phase werden die gewonnenen Erkenntnisse mit einer schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von neuen Rentner/-innen validiert. Schliesslich werden die Ergebnisse synthetisiert und sozialpolitische Konsequenzen vorgeschlagen.

Das Projekt greift die zentralen Themen des Ausführungsplans des NFP «Probleme des Sozialstaates» auf. Es sind Antworten bezüglich der Gründe für die Zunahme der Invalidenrentenbezüger/-innen zu erwarten, indem auslösende Faktoren und Prozesse in der Lebenssituation von behinderten Personen untersucht werden, welche zu einem Eintritt in das Invalidenversicherungssystem führen. Gleichzeitig kann das Projekt vertiefte Erkenntnisse zu Veränderungsprozessen in der Lebens-situation von behinderten Personen nach einer Rentensprechung bereitstellen. Auf dieser Basis können schliesslich Folgerungen für die verschiedenen sozialpolitischen Massnahmen bezüglich behinderten Personen erwartet werden, welche der Förderung der beruflichen und sozialen Integration von behinderten Menschen dienen.


Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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