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Familiennamenatlas der Deutschschweiz. Mit Ausblicken auf die romanischen Sprachgebiete der Schweiz

English title Family name atlas of German-speaking Switzerland. With perspectives on the Romance-language areas of Switzerland
Applicant Kempf Luise
Number 204495
Funding scheme Project funding
Research institution Institut für Germanistik Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.02.2022 - 31.01.2026
Approved amount 1'389'072.00
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All Disciplines (3)

Discipline
German and English languages and literature
Romance languages and literature
Swiss history

Keywords (15)

Sprachkontakt; Familiennamen; Sprachatlas; Sprachgeschichte; Onomastik; Germanistische Linguistik; Dialektologie; Kulturelles Erbe; Linguistics; Onomastics; family names; cultural heritage; language atlas; dialectology; Language history

Lay Summary (German)

Lead
Cahenzli, Bisang, Imobersteg - Schweizer Familiennamen tragen besondere sprachliche Merkmale. Aufgrund ihres hohen Alters sind sie wertvolle Zeugnisse mittelalterlicher Sprache und Kultur. Das Projekt wird die Deutschschweizer Familiennamen erstmalig als Ganzes - und mit Ausblicken auf die romanischen Sprachgebiete - linguistisch analysieren.
Lay summary

Ziele

Das Hauptziel ist die sprachwissenschaftliche Erschliessung der Deutschschweizer Familiennamen durch einen digitalen Atlas. Dazu untersucht das Projektteam den Namenbestand bezüglich seiner Grammatik (z.B. Lautung, Schreibung, Wortbildung), seines Wortschatzes und seiner Benennungsmotive (z.B. Wohnstättennamen, Vaternamen). Welche Raumbilder zeigen sich und wie können diese erklärt werden? Spiegeln sie Dialekträume wider oder zeigen sie eigene Muster? Das Projekt soll auch theoretische Erkenntnisse liefern (etwa zur Konstanthaltung bzw. Veränderung von Namenformen über die Jahrhunderte sowie zu besonders altertümlichen oder fortschrittlichen Tendenzen schweizerdeutscher Dialekte). Zudem sollen in Auswahl fachübergreifende Fragen behandelt werden, nämlich einerseits zu Familiennamen der romanischen Landessprachen und den Einflüssen des Sprachkontakts und andererseits zur Geschichte der Schweiz.

Kontext

Andere europäische Länder verfügen bereits über Familiennamenprojekte und -atlanten. In der Schweizer Namenforschung konzentrieren sich Grossprojekte bislang auf Ortsnamen. In Kürze wird jedoch eine etymologische Datenbank fertiggestellt, die eine wichtige Grundlage für das Atlasprojekt bildet. Zudem kann es auf eine wachsende Dialektforschung aufbauen. Seinerseits wird der Atlas ein Grundlagenwerk für verschiedenste Forschungsrichtungen, öffentliche Veranstaltungen, Schul- und Hochschulunterricht, Medienbeiträge und Literatur.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.03.2022

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
198076 Kolloquium Namenforschung mit Round Table Familiennamenatlas 01.08.2020 Scientific Exchanges

Abstract

Cahenzli, Bisang, Imobersteg - Schweizer Familiennamen weisen distinkte sprachliche Merkmale auf. Das Projekt wird die Deutschschweizer Familiennamen erstmalig als Ganzes - und mit Ausblicken auf die romanischen Sprachgebiete - linguistisch analysieren. Forschungskontext: Familiennamen sind aufgrund ihres hohen Alters wertvolle Zeitzeugen mittelalterlicher Sprache und Kultur. Andere europäische Länder und Regionen verfügen bereits über Familiennamenprojekte und -atlanten. In der Schweizer Onomastik konzentrieren sich Grossprojekte bislang auf Ortsnamen, in der Familiennamenforschung bestehen noch Lücken. Das Projekt will dieses einzigartige kulturelle Erbe erstmals gesamthaft erschliessen. Bisher fehlte dazu ein fundiertes Nachschlagewerk. Doch aktuell wird eine etymologische Datenbank fertiggestellt, die in die geplante Projektapplikation eingespeist wird. Der Familiennamenatlas der Deutschschweiz kann ausserdem auf umfassende Dialektforschung aufbauen.FragestellungenDas primäre Ziel liegt in einem umfassenden Verständnis der Deutschschweizer Familiennamen und deren Fruchtbarmachung für linguistische Fragen. Welche Raumbilder ergeben sich und wie können diese erklärt werden? Welche sprachgeschichtlichen und dialektalen Gegebenheiten spiegeln die Namen wider, und worin zeigen sie eine Eigendynamik? Was zeichnet den Deutschschweizer Namenbestand gegenüber anderen Ländern aus? Zu erwarten ist u.a. eine hohe Dichte an Sprachkontaktphänomenen (z.B. Bisang < frz. paysan ‘Bauer’) sowie Auswirkungen der silbensprachlichen Phonologie (Bsp. Überbindung und Akzentverlagerung bei Ím-ober-Steg). Ausserdem: Was verbindet und trennt die Familiennamen der vier Schweizer Landessprachen? Methoden: Das Projektteam wird den Namenbestand systematisch untersuchen nach 1. Grammatik (Phonologie, Graphematik, Morphologie, Syntax), 2. Lexik und Benennungsmotiven (z.B. Berufsnamen, Herkunftsnamen, …) sowie 3. nach interdisziplinären Befunden (in Auswahl). Als Datenbasis dienen das Familiennamenbuch der Schweiz (mit seinen drei historischen Schichten) sowie Gegenwartsdaten. So kann der Atlas mehrere Zeitstufen abbilden, wodurch erstmalig die historische Entwicklung von Namenlandschaften visuell und quantitativ nachvollzogen wird. Das projekteigene Kartierungsprogramm erlaubt durch ein innovatives Verfahren der Isonymieanalyse, Namenareale und die raumbildenden Namen geostatistisch zu ermitteln. Auf dieser Basis werden die wichtigsten ca. 150 Themen identifiziert und in entsprechenden Atlaskapiteln behandelt. Ergebnisse und Auswirkungen: Der Atlas soll digital und Open Access publiziert werden. Er wird onomastische Erkenntnisse liefern (etwa zur diachronen Schemakonstanz sowie deren Durchbrechung v.a. im Sprachkontakt), zudem auch allgemein sprachgeschichtliche, dialektale und sprachtypologische Ergebnisse (z.B. zu archaischen wie auch progressiven Tendenzen des Schweizer Hoch- und Höchstalemannischen). Darüber hinaus sind fachübergreifende Ergebnisse mit romanistischer, geschichts- und sozialwissenschaftlicher Relevanz zu erwarten (z.B. zur mittelalterlichen Berufswelt und zu Migrationsbewegungen). Der Atlas wird somit ein wichtiges Grundlagenwerk für verschiedenste Forschungsdisziplinen, Schul- und Hochschulunterricht, Medienbeiträge und Literatur.
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