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Zwischen monastischer und reformierter Metaphysik: die schweizerische „Wiege“ der Ontologie im Zeitalter der Reformation

Applicant Ventimiglia Giovanni
Number 192559
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologische Fakultät Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline Philosophy
Start/End 01.09.2020 - 31.08.2023
Approved amount 511'628.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Philosophy
Swiss history

Keywords (7)

Monastic and Reformed Metaphysics/Ontology; Benedictines and Cistercians; Switzerland in the Age of Reformation; God; Being; Transcendental and Supertranscendental Concepts; Univocity/Analogy

Lay Summary (German)

Lead
Schriftliche Zeugnisse aus der Frühen Neuzeit der Schweiz, übermitteln Inhalte des Metaphysik Unterrichts, die bisher noch unbekannt waren. Diese Dokumente weisen nach, dass ein innovativer Beitrag bei den Studien über die „Geburt“ der Ontologie in der Analyse von monastischer und reformierter Metaphysik liegt, d.h. jene Metaphysik, die im Zeitalter der Reformation in den Bildungsinstitutionen unterrichtet wurde.
Lay summary

Die Verbindung zwischen reformierter und monastischer Metaphysik stellt eine dar. Über die Metaphysik der Jesuiten ist schon einiges bekannt, es gibt jedoch nur geringe Informationen über die Metaphysik der Benediktiner und Zisterzienser, die sie in der frühen Neuzeit entwickelt haben. Das Projekt geht aus einer Voruntersuchung hervor, (d.h. des 2016 vom SNF geförderten Projekts, Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation) die die Wiederauffindung neuer Texte ermöglicht hat.
Diese neue Forschungsrichtung verzweigt sich in drei miteinander verbundenen Wegen, die das Rückgrat des Projekts sind, und zwar: die Vertiefung der Verbindung zwischen reformierter und monastischer Metaphysik; die kritische Ausgabe von drei handgeschriebenen Texten, die den in Luzern und Engelberg gehaltenen Unterricht zur Metaphysik übermitteln; die Notwendigkeit, der Geburt der Ontologie anhand 6 Fallstudien nachzugehen: Bern, Lausanne, Neuchâtel, Einsiedeln, Engelberg, St. Urban.
 
Das Projekt zielt darauf ab, die Kartographie der Reformation in der Schweiz auf den Spuren des Metaphysikunterrichts in Schweizer Institutionen neu zu definieren und damit einen präzisen Platz für Schweizer Studien im Panorama der Forschung zur Metaphysik/Ontologie in der Frühen Neuzeit zu gewinnen. Die Forschungsergebnisse werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Direct link to Lay Summary Last update: 15.07.2020

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
165815 Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation (1519-1648) 01.11.2016 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Es ist bekannt, dass der Ausdruck „Ontologie“ 1606 in der Schweiz zum ersten Mal verwendet wurde, geprägt von Jacob Lorhard, Rektor des reformierten Gymnasiums St. Gallen. Die drei Jahre des vom Schweizerischen Nationalfonds im März 2016 geförderten Projekts (2016-2019) „Metaphysik und Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation (1519-1648)“ [100012_165815] haben jedoch gezeigt, dass die Rolle der Schweiz nicht auf rein lexikalische Aspekte beschränkt ist, sondern im Panorama der philosophischen Forschung für die Geschichte der Metaphysik in der frühen Neuzeit eine besondere Bedeutung erlangt.Der Antrag auf Förderung dieser neuen Forschung stützt sich auch auf die Ergebnisse, die während der Forschung entstanden sind, einschließlich unveröffentlichter Manuskripte und Hörermitschriften (Reportationes) von Lektionen in Metaphysik, Werken und gedruckten Disputen, die nicht bekannt sind, und zwar weil sie Folgendes hervorgehoben hat: 1. die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen reformierter Metaphysik und monastischer Metaphysik zu vertiefen;2. die Notwendigkeit, die vollständige Transkription und kritische Ausgabe von drei verschiedenen Manuskripten, die am Jesuitengymnasium in Luzern und im Benediktinerkloster Engelberg gehaltene Unterrichten zur Metaphysik übermitteln, vorzunehmen; 3. die Notwendigkeit, die Forschung um weitere 6 Fallstudien zu erweitern, um die ideale „Kartierung“ der Metaphysik/Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation zu vervollständigen. Unter diesen neuen Fällen sind drei Städte zu finden, die mit ihren jeweiligen Akademien und Institutionen mit der Berner Reformation verbunden sind (Bern, Lausanne und Neuchâtel), und drei Klosterschulen (Engelberg, Einsiedeln und St. Urban). Die Verbindung zwischen reformierter Metaphysik und monastischer Metaphysik stellt eine Novität und eine neue Perspektive der Forschung dar. Aus dem Studium der neugefundenen Manuskripte geht hervor, dass ein innovativer Beitrag zu den Studien über die Geschichte der Ontologie gerade in der Analyse der monastischen Metaphysik liegt, d.h. der Metaphysik, die in den Schulen der Klöster unterrichtet wurde. Wenn über die Metaphysik der Jesuiten schon einiges bekannt ist, besitzen wir wenige oder gar keine Informationen über die Metaphysik, die die Benediktiner und Zisterzienser in der frühen Neuzeit, zum Zeitpunkt der Verbreitung der Reformation und der neuen theologisch-metaphysischen Lehren, entwickelt haben.Die Forschung wird sich auf einen Zeitraum zwischen 1519, dem Jahr der Einführung der Reformation in Zürich mit Huldrych Zwingli, und 1648, dem Jahr der ersten Unabhängigkeitserklärung der schweizerischen Eidgenossenschaft vom Reich, konzentrieren. Für die Durchführung dieses Projektes wird eine 36 Monate-Forschungsfinanzierung für drei wiss. Mitarbeitende beantragt: Der erste, Dr. Marco Lamanna, wird für die neuen Fallstudien, insb. die Metaphysik in den Klosterschulen Engelberg, Eisiedeln und St. Urban, zuständig sein. Die zweite, Dr. Alice Ragni, wird für die neuen Fallstudien, insb. der Metaphysik in den Bildungsinstitutionen Bern, Lausanne und Neuchâtel, zuständig sein. Die dritte, Dr. Chiara Paladini wird für die Dauer des gesamten Projekts für die Transkription und die kritische Ausgabe der 3 oben erwähnten Manuskripten, die in Engelberg und Luzern gehaltene Unterrichten zur Metaphysik übermitteln, zuständig sein.Die Methode, die bei der Forschung verwendet wird, ist vierfach: 1. die aus der Geschichte von Institutionen und Universitäten abgeleitete Methode wird für die Rekonstruktion institutioneller Kontexte verwendet werden; 2. Methoden, die aus der Geistesgeschichte abgeleitet sind, um Profile der Lehrer und Lehrtätigkeiten zu rekonstruieren; 3. aus der Ideengeschichte und der Philosophiegeschichte abgeleitete Methoden werden verwendet werden, um sich mit philosophischen Problemen auseinanderzusetzen; 4. Methoden aus der Paläographie und Philologie, um sowohl bereits identifizierte als auch neugefundene (d.h. während der Forschung zum Vorschein kommende) Manuskripte zu lesen und zu transkribieren.Gesuchstellender des Projekts ist Giovanni Ventimiglia, ordentlicher Professor an der Theologischen Fakultät Luzern, Spezialist sowohl für mittelalterliche als auch für zeitgenössische Metaphysik und Ontologie. Institutionell wird das Projekt an die Theologische Fakultät in Luzern angebunden sein, die bereits in vielerlei Hinsicht Forschung zur Ontologie und ihrer Geschichte betreibt.Das Forschungsnetzwerk des Projekts wird international bekannte Experten auf dem Gebiet der frühneuzeitlichen Ontologiegeschichte einbeziehen, wie etwa V. Carraud (Université Paris Sorbonne), K. Crousaz (Université de Lausanne) und Ulrich Köpf (em. Universität Tübingen), deren Forschungsarbeiten nach wie vor Anhaltspunkte für die Forscher in diesem Feld sind. Erwartet werden 1. drei kritische Editionen der jeweiligen Manuskripte, die am Gymnasium Luzern und am Benediktinerkloster Engelberg in der frühen Neuzeit gehaltene Kurse zur Metaphysik übermitteln; 2. ein Sammelband von wissenschaftlichen Aufsätzen zum Thema „Zwischen monasticher und reformierter Metaphysik: eine ‚Kartierung’ der Metaphysik/Ontologie in der Schweiz im Zeitalter der Reformation“. Für die Veröffentlichung des Sammelbandes hat der Schwabe Verlag bereits seine Genehmigung erklärt. Der Projektstart ist für September 2020 geplant.
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