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Technologie - Mensch - Design: Paradigmen des Ubiquitous Computing

English title Technology - Human - Design: Paradigms of Ubiquitous Computing
Applicant Torpus Jan
Number 185436
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Experimentelle Design und Medienkulturen Hochschule für Gestaltung und Kunst, FHNW
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Arts
Start/End 01.10.2019 - 30.09.2022
Approved amount 633'474.00
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Keywords (8)

Medienepistemologie; Sensor-Aktor-Mapping; Internet der Dinge; Responsive Environment; Sensor-Aktor-Netzwerk; Ubiquitous Computing; Kunstforschung; Data Mapping

Lay Summary (German)

Lead
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht ubiquitous computing-Technologien im Hinblick auf ihre weltkonstruierende Macht. Dabei stehen besonders die erkenntnistheoretischen Konsequenzen von sensorischen Systemen im Mittelpunkt, die sowohl im Alltag als auch in den Wissenschaften zunehmend unser Verhältnis zur Umwelt beeinflussen.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

 Ubiquitous Computing Technologien werden derzeit überall diskutiert, da sie mittels Strategien der Unsichtbarkeit und Unmittelbarkeit unmerklich, aber nachhaltig unsere Weltwahrnehmung prägen. Die damit verbundenen, meist impliziten Prozesse sollen in folgenden Forschungsfragen untersucht werden:

Wie entsteht die Wahrnehmungswelt der technologischen Systeme?

Welche Strategien entwickelt der Mensch, um eine technologisch erweiterte, schnittstellenlose Umgebung kognitiv und emotional zu erschliessen?

Welche Designprinzipien lassen sich für eine Mensch-Maschine-Interaktion ohne Schnittstellen ableiten?

Diese Fragen werden theoriegeleitet behandelt, ausserdem kommt eine interaktive künstlerische Forschungsanlage zum Einsatz, die eine artifiziell erweiterte Umwelt erleb- und evaluierbar macht.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

 Das Projekt verbindet Medientheorie, Technikgeschichte und künstlerische Forschung auf innovative Weise und soll so zum besseren Verständnis und zur kritischen Einschätzung aktueller technologischer Entwicklungen beitragen. Die Ergebnisse werden in einer Dissertation zur Kulturgeschichte sensorischer Systeme, in wissenschaftlichen Artikeln und auf einer Multimedia-Online-Plattform veröffentlicht sowie in einer Ausstellung einer größeren Öffentlichkeit präsentiert.

Direct link to Lay Summary Last update: 23.08.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
156977 Gestaltete Unmittelbarkeit. Atmosphärisches Erleben in einer affektiv-responsiven Umgebung 01.02.2015 Project funding (Div. I-III)
197845 Mitwelten. Medienökologische Infrastrukturen für Biodiversität 01.12.2020 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die Diskussion um ubiquitous computing (UbiComp)-Technologien ist derzeit in vollem Gange und bewegt die Diskurse in der Technikentwicklung genauso wie in der kulturwissenschaftlich orientierten Medienwissenschaft. Doch was sind UbiComp-Technologien genau und was kennzeichnet ihre wahrnehmungsspezifische Qualität und Wirksamkeit? Hinter jeder Technologie - so die Ausgangsthese dieses Forschungsantrags - stehen ganz bestimmte Grundannahmen, die sich in der technischen Struktur der Apparate und deren funktionalem Einsatz einerseits, in der Art und Weise, wie diese in den wissenschaftlichen Diskursen reflektiert werden, andererseits spiegeln (Technologie). Zum zweiten geht es um die Frage, wie UbiComp-Systeme die menschliche Wahrnehmung und das Verhalten verändern und welche epistemologischen Modelle zur Erfassung dieser Mensch-Technologie-Beziehung bestehen bzw. entwickelt werden müssen (Mensch). Und schließlich gibt es noch die Aspekte der ästhetischen Erscheinung dieser Technologien, der Kommunikation und des konkret-praktischen Umgangs des Menschen mit ihnen (Design). Zwischen diesen drei Dimensionen gibt es in der aktuellen Forschung immer wieder Überschneidungen, jedoch meist in der Form, dass bestimmte Motive/Anwendungen unter bestimmten Paradigmen reflektiert werden, die dann wiederum nicht weiter hinterfragt werden. Das hier beantragte Projekt will allen drei Perspektiven gleichermaßen Aufmerksamkeit zukommen lassen und formuliert dementsprechend drei zentrale Forschungsperspektiven, die sich gegenseitig verschränken:1.Technologie: Wie werden die technischen Sensoren aufgebaut und wie entsteht ihre Wahrnehmungswelt? Welche Interaktionssituationen erzeugen sie?2.Mensch: Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine durch das Verschwinden von Schnittstellen? Welche Strategien entwickelt der Mensch, um eine durch UbiComp erweiterte Umgebung kognitiv und emotional zu erschliessen?3.Design: Welche gestalterischen Übersetzungsformen von technologischen Sensormessungen auf die sinnlich wahrnehmbare physische Umgebung des Menschen (Data-Mapping) eignen sich, damit er sie unmittelbar emotional erleben und kognitiv erfassen kann? Wie entstehen kritische Mensch-Maschine-Situationen und Aneignungsprozesse?Neben der theoretischen Diskursebene werden die Folgen der UbiComp-Technologien für die Gestaltung unserer Umwelt und für das menschliche Selbstverständnis auch auf der Ebene des konkreten Erlebens durch empirische Untersuchungen evaluiert. Es werden dabei artifiziell gestaltete Situationen untersucht, die die Paradigmen der Technologien (siehe 2.1.2. und 2.3.2) aufgreifen und ihre Wirkungsweise ästhetisch inszenieren und situativ zuspitzen. Dadurch entstehen Konstellationen, die die grundlegenden Qualitäten und Funktionsweisen der Technologien sowie die Wechselwirkung zwischen diesen und dem Menschen einer Reflexion zugänglich machen.Der interdisziplinäre Ansatz, die impliziten und expliziten Prämissen von UbiComp aus drei Dimensionen her zu betrachten, bedarf auch einer angemessenen Methodenvielfalt, wie sie sich im Mixed-Methods-Research-Programm wiederfindet. Dieser kombinatorische Ansatz schlägt sich in der Kooperation der beteiligten Forscher und der Kombination von qualitativer und quantitativer Datenerhebung und -auswertung nieder. Das vorliegende Projekt knüpft an das vom SNF geförderten Projekt „Gestaltete Unmittelbarkeit. Atmosphärisches Erleben in einer affektiv-responsiven Umgebung“ (2015-2017) an. Das dreijährige Kunstforschungsprojekt wird am Institut experimentelle Design- und Medienkulturen der Hochschule für Gestaltung Kunst FHNW durchgeführt. Aufgrund der bewährten interdisziplinäre Zusammenarbeit im Pilotprojekt, kommt es zu einer Partnerschaft mit der Universität Regensburg, was sich in der Durchführung gemeinsamer Workshops und der Betreuung der vorgesehenen Doktorierendenstelle durch Prof. Dr. Christiane Heibach manifestiert.
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