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Komparative Theologie im Schweizer Kontext

English title Comparative Theologie of Religion in a Swiss Context
Applicant Zander Helmut
Number 185413
Funding scheme Project funding
Research institution Département des sciences de la Foi et des religions Faculté de théologie
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Religious studies, Theology
Start/End 01.02.2020 - 31.01.2024
Approved amount 758'499.00
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Keywords (6)

Dialog der Religionen; Anthroposophie Schweiz; Islam Schweiz; Christengemeinschaft Schweiz; Tibetischer Buddhismus Schweiz; Komparative Theologie

Lay Summary (German)

Lead
Die komparative Theologie soll Gesprächsbarrieren interreligiösen Dialog aufbrechen, die durch wertende Position entstehen. Dies soll durch eine (möglichst) neutrale Wahrnehmung der anderen geschehen, wobei auf Methoden der Religionswissenschaft zurückgegriffen wird.
Lay summary

Häufig scheitern Gespräche zwischen VertreterInnen unterschiedlicher Religionen daran, dass man mit wertenden Wahrnehmungen ein Gespräch einsteigt. Wertschätzende (positive) und kritische (negative) Wahrnehmungen haben aber je eigene Probleme: Eine positive Perspektive kann blind sein für Probleme, eine kritische positive Dimensionen nicht sehen.

Das Projekt zur „Komparativen Theologie im Schweizer Kontext“ möchte derartige Probleme mindern. Hilfreich sind dabei Methoden aus der Religionswissenschaft (etwa: textkritische Zugänge oder soziologische Erhebungen), die den Anspruch erheben, methodisch neutral zu sein. Klar muss bei alledem sein, dass es keine absolute Neutralität gibt. Es ist gleichwohl möglich, unsere Wahrnehmung immer neu auf ihre Angemessenheit hin zu überprüfen und Vorurteile oder Stereotypen aufzubrechen.

Im Zentrum stehen vergleichende Methoden („Komparatistik“), wobei deren Gegenstände aus regionalen oder lokalen Bereichen der Schweiz kommen. Dies ist nicht selbstverständlich, weil die Komparatistik meist auf einer relativ abstrakten Ebene („das Christentums“, „der Islam“, „der Buddhismus“) gearbeitet hat. Wir hingegen suchen den Kontakt mit Gruppen vor Ort; folgende sind PartnerInnen der Untersuchung: 1. die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) / der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) / Conseil central islamique suisse (CCIS); 2. das buddhistische Zentrum Rabten Choeling auf dem Mont Pèlerin; 3. die anthroposophisch inspirierte Christengemeinschaft.

Die Untersuchung soll konkret auf Schweizer Verhältnisse bezogene Analysen und Hilfestellungen für den Dialog zwischen Religionsgemeinschaften und mit nichtreligiösen Akteuren geben.

Direct link to Lay Summary Last update: 15.08.2019

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Project partner

Abstract

Strategisches Ziel: Der Religionsdialog soll Hilfe des beantragten Forschungsprojektes auf eine neue Basis gestellt werden. Dabei kommen zwei Perspektiven zum Tragen: Das Projekt besitzt zum einen eine Basis in theologischen/weltanschaulichen Positionen, die die normative Basis der untersuchten Gemeinschaften bilden; zum anderen werden (intentional) neutrale Methoden aus der Religionswissenschaft einbezogen. Dieser Ansatz trägt zwei Tendenzen Rechnung: der zunehmenden religiösen Pluralisierung und der damit verbundenen Relativierung ehemals dominanter weltanschaulicher, namentlich christlicher Akteure.Innovation/Methodik: Neu sind dabei vor allem zwei Dimensionen: 1. Die verstärkte Nutzung der Komparatistik als intentional neutraler Methodik bedeutet die Einbeziehung des in der Religionswissenschaft entwickelten Vergleichsinstrumentariums in theologische Debatten; dies ist bislang oft in nur geringem Maß passiert; 2. die Applikation dieses Ansatzes auf mesosoziale, d. h. regionale oder lokale Verhältnisse. Als konkretes Quellenmaterial dienen Texte, Verlagspublikationen, Graue Literatur und elektronische Texte.Regionale Situierung in der Schweiz: Die komparative Theologie soll nicht nur auf der Ebene von theoretischen Reflexionen diskutiert werden, sondern vor allem im Blick auf praktische Anwendungen. Gegenstand der Diskussion waren in den letzten 20 Jahren vornehmlich makrosoziale Gruppen („der Buddhismus“ in der Schweiz, „das Christentum“ katholischer oder evangelischer Konfession, „der Islam“ bei Sunniten, Schiiten oder Sufis). Damit war man nur unzureichend in der Lage, die innere Pluralität und die lokale Spezifität von Religionen zu erfassen. Wenn aber der Religionsdialog dazu beitragen soll, nicht nur Höhenkamm-Debatten zu befruchten, sondern in konkreten Lebenswelten zu wirken und gesellschaftlich und politisch hilfreich zu werden, muss die Mesoebene ins Zentrum rücken. In der Konsequenz dieses Ansatzes liegt die Verlagerung des Fokus auf regionale Verhältnisse, in diesem Projekt: auf die Situation in der Schweiz. Konkret sollen drei religiöse Gruppen respektive Gemeinschaften untersucht werden. Es handelt sich um 1. die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) / den Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) / Conseil central islamique suisse (CCIS); 2. das buddhistische Zentrum Rabten Choeling; 3. die anthroposophisch inspirierte Christengemeinschaft. Kooperationszusagen liegen von allen Gemeinschaften vor.Themen, broader impact: Für alle Gruppen soll untersucht werden, wie sie eine grundlegende Dimension des Zusammenlebens, das Verhältnis zu anderen Religionen, konzipieren. Sodann wird für jede religiöse Gemeinschaft ein Thema bearbeitet, dass eine spezifische Themenstellung ihrer Tradition aufgreift, näherhin: Islam: Verhältnis von Religion und Staat; Buddhismus: Meditation; Christengemeinschaft: Bedeutung ihrer Esoterik. Damit wird ein Angebot vorliegen, die wechselseitige Wahrnehmung von religiösen Traditionen und den konkreten Religionsdialog von einer Ebene aus zu beginnen, die unter Anwendung komparativer, religionswissenschaftlicher Methoden eine intentional neutrale Basis bildet. Erwartete Ergebnisse / Auswirkungen für das Fachgebiet: Hinsichtlich der Theoriebildung zielt das Projekt auf die Konzeption einer auf regionale/lokale Verhältnisse adaptierbaren komparativen Theologie. Für die Praxis werden Ergebnisse hinsichtlich der konkreten Positionen, mit denen die untersuchten religiösen Gruppen in interreligiöse Gespräche gehen analysiert; dabei geht es vor allem um eine Identifizierung der Positionen, in denen sich die lokale, mesosoziale Ebene von den übergeordneten, makrosozialen unterscheidet. Die Auswirkungen für das Fachgebiet liegen an einem wichtigen Punkt gerade in der Überschreitung von Fächergrenzen, weil komparative Theologie sowohl religionswissenschaftliche als auch theologische Ansätze verbindet, ohne die Differenzen - etwa hinsichtlich normativer Implikate - zu nivellieren.
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