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Why do women become nurses and men become plumbers? Mechanisms behind horizontal gender segregation explained

English title Why do women become nurses and men become plumbers? Mechanisms behind horizontal gender segregation explained
Applicant Combet Benita
Number 180683
Funding scheme Postdoc.Mobility
Research institution Institut für Soziologie Ludwig-Maximilian-Universität München
Institution of higher education Institution abroad - IACH
Main discipline Sociology
Start/End 01.09.2018 - 31.10.2020
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All Disciplines (2)

Discipline
Sociology
Psychology

Keywords (6)

gender inequality; occupational gender segregation; labour market; factorial survey experiment; STEM; decision-making process

Lay Summary (German)

Lead
In dieser Studie wird eruiert, aufgrund welcher Faktoren junge Männer und Frauen eine geschlechtersegregierte Berufs- und Studienwahl treffen.
Lay summary

Geschlechtsspezifische Ungleichheiten haben in den letzten 50 Jahren zwar massiv abgenommen, zeigen jedoch eine hohe Persistenz auf dem Arbeitsmarkt. Eine mögliche Ursache ist die immer noch sehr starke Segregation der Geschlechter in verschiedene Berufsfelder, wobei Frauen tendenziell Berufe in Feldern mit niedrigeren Promotionschancen, prekären Arbeitsbedingungen und niedrigerem Gehalt wählen. Diese so genannte horizontale Geschlechtersegregation findet sich auch in der Schweiz in starkem Ausmasse und sie scheint sich nicht zu verringern wie auch die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen.

In der bisherigen Forschung werden verschiedene Ursachen für diese starke Geschlechtersegregation vermutet: Zum einen wählen Frauen in Antizipation ihrer späterer Hauptverantwortung für die Kinder eher Berufsfelder, in denen ein Wiedereinstieg leichter möglich ist oder Teilzeitarbeit eine Option ist. Zum anderen weisen Frauen eine Präferenz für Berufe mit gewissen Charakteristika auf (z.B. soziale Interaktion, Kinderbetreuung, etc.), schätzen Berufe (oder Karrierepfade) ohne starken Wettbewerb aufgrund ihrer höheren Riskoaversion, legen weniger Wert auf Berufsfelder mit hohem Status und vermeiden naturwissenschaftliche Berufe aufgrund ihrer Mathematik-Aversion.

Obwohl verschiedene Faktoren zur Erklärung für horizontale Geschlechtersegregation vorgeschlagen werden, ist unklar, wie stark sich einzelne Faktoren auf die Berufswahl auswirken. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass in typischen „Frauenberufen“ stets mehrere potentielle Einflussfaktoren simultan auftreten und daher nicht eruiert werden kann, welche ursächlich für die Wahl eines Berufs verantwortlich sind. Die bisherige Herangehensweise der Forschenden war es bislang, mittels Umfragen einzelne Präferenzen abzufragen und in statistischen Analysen gegeneinander zu testen. Dieses Vorgehen ist jedoch problematisch, da zum einen fragwürdig ist, ob Präferenzen überhaupt abgefragt werden können. Zum anderen bleibt unklar, inwieweit die Antworten eine selbstwertdienliche Verzerrung darstellen oder sogar auf sozialer Erwünschtheit beruhen. Ein faktorielles Surveyexperiment kann hier Abhilfe schaffen, da die einzelnen Berufsmerkmale unabhängig voneinander variiert werden können und daher kausal eruiert werden kann, welche Faktoren einen wie starken Einfluss auf die Wahl eines Berufes.

Im Rahmen dieses SNF Grants wird daher an zwei Populationen – Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sowie Medizinstudierenden – untersucht, welche Faktoren in der Entscheidungsfindung für ein Studienfach / eine medizinische Spezialisierung entscheidend sind. Während der Fokus bei der ersten Population auf inhaltliche Charakteristikas des Faches liegt (wie beispielsweise die Zahl der zu besuchenden Mathematikkursen), liegt der Fokus bei der zweiten Population auf institutionelle Charakteristikas (wie beispielsweise die Vereinbarkeit mit Familie).

Direct link to Lay Summary Last update: 31.07.2019

Responsible applicant and co-applicants

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
ECSR Conference Individual talk Which preferences cause horizontal sex segregation in fields of studies? Some experimental evidence 09.10.2019 Lausanne, Switzerland Combet Benita;
Experimental Methods in Social Stratification Research Workshop Individual talk Which preferences cause horizontal sex segregation in fields of studies? Some experimental evidence 09.10.2019 Paris, France Combet Benita;
Munich Inequality Workshop Individual talk Which preferences cause horizontal sex segregation in fields of studies? Some experimental evidence 07.10.2019 München, Germany Combet Benita;
Colloquium, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Individual talk Which preferences cause horizontal sex segregation in fields of studies? Some experimental evidence 06.10.2019 Berlin, Germany Combet Benita;
Transition in Youth Workshop Talk given at a conference Mechanisms behind horizontal sex segregation in fields of study 04.10.2019 Maastricht, Netherlands Combet Benita;
Spring Meeting RC 28 Individual talk Which preferences cause horizontal sex segregation in fields of studies? Some experimental evidence 03.10.2019 Frankfurt, Germany Combet Benita;
Workshop Experimental Methods in Social Stratification Research Talk given at a conference Why women choose female fields of study 27.09.2019 Paris, France Combet Benita;
ECSR Lausanne Talk given at a conference Mechanisms behind horizontal sex segregation in fields of study 13.09.2019 Lausanne, Switzerland Combet Benita;
Congrès de la société suisse de sociologie Talk given at a conference Can gender differences in personality explain the gender wage gap in the early career? 11.09.2019 Neuchâtel, Switzerland Combet Benita;


Abstract

Occupational gender segregation is one of the most persistent gender inequalities in the labor market. Despite extensive research in this field, clear evidence on how individual preferences and job constraints shape occupational choices is limited. One of the main obstacles is that previous research was based only on observational data in which institutional factors (e.g., the possibility of working part-time) and job attributes (e.g., care-related jobs) are often confounded (e.g., in the jobs of social worker, nurses, etc.) and thus cannot be sufficiently separated. In this research proposal, I thus suggest using a novel approach - survey-based choice experiments - to gain more insight into the mechanisms on the supply side. This method allows for the creation of job descriptions with counterfactual factors, which make it possible to disentangle the influence of these often simultaneously emerging characteristics and thus to gain more insight into the exact mechanisms of gendered occupational choice.
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