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Postfotografie

English title Postfotografie
Applicant Brückle Wolfgang
Number 176439
Funding scheme Project funding
Research institution Hochschule Luzern Design & Kunst
Institution of higher education Lucerne University of Applied Sciences and Arts - HSLU
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.03.2018 - 28.02.2022
Approved amount 713'818.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Visual arts and Art history
Communication sciences
Arts

Keywords (15)

Fotografie; Bildtheorie; Postfotografie; Medienkonvergenz; Sehmaschinen; Digitalisierung; Medientheorie; Bewegtbilder; Soziale Medien; Gegenwartskunst; In-Game-Fotografie; Visuelle Kultur; Medienkunst; Kamera und Apparatur; Fotografie als theoretisches Objekt

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt dient der Erforschung fotografischer Praktiken, die vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Vernetzung der Produktion von Bildern in Alltagsleben, Unterhaltungskultur und Kunst noch halb auf traditionellen Erwartungen an die Leistungen der Fotografie zeugen, während sie diese zugleich längst unterlaufen. Es bezieht die meist unabhängig voneinander untersuchten Bereiche von Kunst, Alltagspraktiken und Unterhaltungsindustrie aufeinander, um zu einem angemessenen Verständnis des Fotografischen zu gelangen.
Lay summary

Versuche einer Wesensbestimmung der Postfotografie, die auf ein Ende des Fotografischen pochten, haben wenig zu seinem Verständnis beigetragen. Fruchtbarer erscheint eine Untersuchung der veränderten Bedingungen, unter denen Fotografie nach der Auflösung hergebrachter Vorstellungen von Apparat, Bild und bilderzeugender Praxis Bedeutung annehmen kann, und der Bildmaschine als mit dem Fotoapparat konkurrierendem Modell sowie der Datenflüsse, in denen Bilder Gestalt annehmen. Die beteiligten Forschenden gehen davon aus, dass sich die Postfotografie nur in den Verflechtungen eines sowohl Menschen wie Apparate umfassenden Netzwerks von Aktanten, Ökonomien des Bildgebrauchs und ästhetischen Paradigmen beschreiben lässt. Im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung von Bildpraktiken, zu deren systematischer kulturwissenschaftlicher Erfassung bisher noch wenig Ansätze gemacht worden sind. Gefragt wird: Welche Paradigmen der Fotografie speisen den Gebrauch von digitalen Sehmaschinen in Kunst und Alltagskultur; wie lässt sich im Verhältnis dazu das Postfotografische bestimmen; wie gestalten sich darin die Beziehungen von Bildern, Apparaten und Praktiken? Antworten darauf müssen visuelle Erscheinungen, die nicht im hergebrachten Sinn Fotografien darstellen, einbeziehen.







Direct link to Lay Summary Last update: 08.03.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
183178 Curating Photography in the Networked Image Economy 01.12.2018 Digital Lives

Abstract

Postfotografie. Apparate, Praktiken, Bilder in Kunst und AlltagskulturZUSAMMENFASSUNGGegenstandsbestimmung: Gegenstand des hier beantragten Projekts ist die sogenannte Postfotografie als Gruppe von Praktiken der Bilderzeugung nach Beginn der Digitalisierung des Mediums. Im Projekt sollen Erscheinungsformen des Fotografischen unter gegenwärtigen Bedingungen der Bildproduktion und -verbreitung untersucht werden. Das Fotografische wird darin als theoretisches Objekt verstanden. Es wird auf Erscheinungen der visuellen Kultur auch jenseits des hergebrachten Verständnisses vom fotografischen Bild und vom Fotoapparat bezogen. Es überschreitet die meist unabhängig voneinander untersuchten Bereiche von Kunst, Alltagspraktiken und Unterhaltungsindustrie; in diesem Sinn wird die Untersuchung verschiedene kulturelle Felder zum Gegenstand machen. Bild und Apparat, Praktiken der technischen Bilderzeugung und der sozialen Verwendung von Fotografie geraten auf diese Weise auf den kunst- und medienwissenschaftlichen Prüfstand. Forschungsfragen: Versuche einer Wesensbestimmung der Postfotografie, die auf ein Ende des Fotografischen pochten, haben wenig zu seinem Verständnis beigetragen. Fruchtbarer erscheinen Fragen nach den veränderten Bedingungen, unter denen Fotografie nach der Auflösung hergebrachter Vorstellungen von Apparat, Bild und bilderzeugender Praxis Bedeutung annehmen kann. Die beteiligten Forschenden gehen davon aus, dass sich die Postfotografie in den Verflechtungen eines sowohl Menschen wie Apparate umfassenden Netzwerks von Aktanten, Ökonomien des Bildgebrauchs und ästhetischen Paradigmen beschreiben lässt. Im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung von Bildpraktiken, zu deren systematischer kulturwissenschaftlicher Erfassung bisher noch wenig Ansätze gemacht worden sind. Das liegt zum Teil an den jeweils verschiedenen Fragestellungen der Fächer, deren Zuständigkeitsbereich die hier behandelten Erscheinungen üblicherweise zugeordnet werden. Im Projekt werden die Grenzen zwischen diesen Bereichen bewusst aufgelöst, um zu neuen Ansätzen zum Verständnis der gegenwärtigen visuellen Kultur beitragen zu können. Gefragt wird: Welche Paradigmen der Fotografie speisen den Gebrauch von digitalen Sehmaschinen in Kunst und Alltagskultur; wie lässt sich im Verhältnis dazu das Postfotografische bestimmen; wie gestalten sich darin die Beziehungen von Bildern, Apparaten und Praktiken? Hypothesen: 1. Postfotografische Sehmaschinen bringen neue Vorstellungen und Formen des Dokumentarischen hervor und führen zum Entwurf neuer Modelle von Autorschaft und künstlerischer Form. 2. Fotografie in der bildenden Kunst lässt sich heute nicht mehr aus den technischen Grundlagen eines Mediums herleiten oder anhand formaler oder medialer Kriterien der produzierten Werke bestimmen. Sie basiert vielmehr auf einer Gruppe postmedialer Praktiken. 3. Mit der Simulation fotografischer Ästhetik und fotografischer Praktiken in der Game-Kultur bildet sich eine postfaktische, die Autorität der Evidenz gegen symbolische Autorität vertauschende Bildökonomie heraus. 4. Mit der Digitalisierung und Mobilisierung bildbasierter Medien hat sich die medienüberschreitende postfotografische Geste als ein dichtes Gewebe von spezifischer Ästhetik und Handlung herausgebildet. Ausrichtung und Relevanz des Projekts: Das Projekt ist theoretisch ausgerichtet und soll zur Reflexion des Status von technischen Bildern und der von Sehmaschinen erzeugten Bildlichkeit beitragen. Es erarbeitet grundlegendes Wissen über die Fassbarkeit und Wirkungsweise des Fotografischen in unserer heutigen Kultur und arbeitet dadurch erstens einem kritischen Verständnis der Grundlagen unserer Kommunikation zu; zweitens erarbeitet es Ausgangspunkte einer Bestimmung der Kriterien für innovativen Mediengebrauch. Die Projektbeteiligten sehen ihre Arbeit von der Vermittlung reflexiver und praktisch produktiver Gestaltungsarbeit an der Hochschule Luzern angeregt und planen ihre Arbeit in engem Austausch mit dem Fachpersonal der Luzerner Studienrichtungen Camera Arts und Digital Ideation.Team und Netzwerk: Das Team besteht aus fünf Forschenden, die im geteilten, bereits allseits durch Veröffentlichungen bestätigten Forschungsinteresse verschiedene Fachrichtungen vertreten: Der Antragsteller und der Mitarbeiter Birk Weiberg forschen als Kunstwissenschaftler; die Mitarbeiterin Elke Rentemeister ist als Medienwissenschaftlerin tätig; der Mitarbeiter Marco de Mutiis tritt als medientheoretisch geschulter Künstler hinzu. Eine weitere Stelle wird ausgeschrieben, um dem Projekt Impulse aus dem Bereich kuratorischer und archivarischer Praktiken im Umgang mit künstlerischen und Alltagsfotografien zuzuführen. Zusätzlich werden Wissenschaftler, deren Fachkompetenz für eine erfolgreiche Vertiefung einzelner Fragestellungen dringend erscheint, als Partner einbezogen.
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