Project

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Familie, Verwandtschaft und häusliche Sphäre in der Schweiz, 1700-2000

English title Family, Kinship and Domestic Sphere in Switzerland, 1700-2000
Applicant Mathieu Jon
Number 170298
Funding scheme Research semester
Research institution Historisches Seminar Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline Swiss history
Start/End 01.02.2017 - 31.07.2017
Approved amount 48'814.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Swiss history
General history (without pre-and early history)

Keywords (6)

Kinship history; Family history; History of the domestic sphere; Periodisation; 18th to 20th centuries; Switzerland

Lay Summary (German)

Lead
Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Periodisierung von sozialen Nahbeziehungen im Übergang zur Moderne. Mit makro- und mikrohistorischen Methoden sollen die existierenden Vorschläge an Schweizer Beispielen überprüft und nach Möglichkeit verbessert werden.
Lay summary

Die Periodisierung gehört zu den zentralen Aufgaben der Geschichtswissenschaft, ist aber im häuslich-familiären Bereich besonders schwierig: Wie sollen wir das vielfältige Geflecht von sozialen Nahbeziehungen erfassen und nach historischen Phasen ordnen? Seit der Verwissenschaftlichung im 19. Jahrhundert wurden soziale Nahbeziehungen oft mit Blick auf die “Krisen” der Gegenwart und der “Moderne” diskutiert. Dies hat historischen Idealisierungen und der Formulierung von Niedergangsgeschichten Auftrieb gegeben. Das vorliegende Projekt greift diesen Problembereich mit einem makro- und einem mikrohistorischen Ansatz auf. Geplant sind zwei Texte mit den Arbeitstiteln: 1. Soziale Nahbeziehungen in der Schweiz, 1700-2000: Kriterien und Konzepte der Periodisierung; 2. Das schweizerische Zivilgesetzbuch von 1907: Etablierung der “bürgerlichen Familie”? Der erste Beitrag soll die reichhaltige schweizerische Regional­geschichte für dieses Feld zusammenführen und zugleich den Kontakt mit der modernen gegenwarts­bezogenen Familiensoziologie in unserem Gebiet suchen (daher “bis 2000”). Der zweite Beitrag will die Periodisierungsfrage an einem Zeitpunkt untersuchen, an dem sich die nationale Politik zum ersten Mal auf eine einheitliche Fassung der familiären Ordnung einigen musste. Damit wurden viele früher nur sporadisch geäusserten Vorstellungen diskursiviert und in der Quellensprache fassbar.

Direct link to Lay Summary Last update: 12.05.2016

Responsible applicant and co-applicants

Name Institute

Abstract

Das vorliegende Projekt befasst sich mit historischen Veränderungen von sozialen Nahbeziehungen und besonders mit deren Periodisierung. Angesprochen werden damit Familien, Männer/Frauen, Alte/Junge, Haushalte, Gesindepersonen, Verwandte, Freunde, Nachbarn. Obwohl die einschlägige Forschung unterdessen breit gefächert und differenziert ist, spielt die Frage nach der Strukturierung des historischen Wandels in zahlreichen Zusammenhängen eine entscheidende Rolle: Wie sollen wir das vielfältige Geflecht von sozialen Nahbeziehungen nach historischen Phasen ordnen? Die Periodisierung gehört zu den zentralen Aufgaben der Geschichtswissenschaft. Beim vorliegenden Thema wird sie durch eine ausgeprägte ideologische Aufladung erschwert. Seit der Verwissenschaftlichung im 19. Jahrhundert werden soziale Nahbeziehungen oft mit Blick auf die “Krisen” der Gegenwart und der “Moderne” diskutiert. Dies hat historischen Idealisierungen und der Formulierung von Niedergangsgeschichten Auftrieb gegeben. Das Projekt behandelt die Periodisierungsproblematik anhand schweizerischer Quellen des 18. bis 20. Jahrhunderts und mit zwei unterschiedlichen Ansätzen (makrohistorisch und mikrohistorisch). Eingebettet ist es in das Programm, das die Research Group „Kinship and Politics“ am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung ZIF der Universität Bielefeld organisiert. Der Gesuchsteller ist von der Gruppe eingeladen worden, im Januar bis März 2017 nach Bielefeld zu kommen und an der Abschlusstagung vom Juli 2017 teilzunehmen.
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