Project

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Der Stuckbestand des Klosters Müstairs - seine kunst- und materialgeschichtliche Bedeutung

English title The Stucco Objects of the Abbey of Mustair - an art historical and technicological investigation
Applicant Nicolai Bernd
Number 169803
Funding scheme Project funding
Research institution Institut für Kunstgeschichte Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.12.2016 - 31.03.2021
Approved amount 275'781.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Visual arts and Art history
Material Sciences

Keywords (5)

Skulptur, Plastik; Materialgeschichte- und technologie; dreidimensionale Malerei; Mittelalterliche Kunstgeschichte; Stuckplastik

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt ist Teil der Untersuchungen zu den Beständen des Klosters Müstairs und stellt ein pendent zu den jünst publizieren Marmorwerken aus Müstair dar.
Lay summary
Mit dem Projekt ergeben sich neue Möglichkeiten der kunsthistorischen Verortung des Müstairer Stuckbestandes in den europäischen Kunstlandschaften vom frühen Mittelalter bis zur frühen Neuzeit.  Wie bei anderen schweizerischen Kulturlandschaften finden sich besonders im zentralen Alpenraum die entscheidenden Berührung- und Vermittlungsstellen von Traditionen  der Antike des Mittelmeerraums mit  denen nordalpiner Regionen. Dies gilt gerade für das Kloster Sankt Johann in Müstair, einer karolingischen, möglicherweise imperialen Gründung aus dem letzten Viertel des 8. Jahrhunderts am Kreuzungspunkt wichtiger Nord-Südachsen. Mittels systematisierter, Erfassungs- und Untersuchungsmethoden sowie umfassender kunsthistorischer Analysen entsteht ein kritischer, reich illustrierter Bestandskatalog der Stuckobjekte aus dem Kloster Müstair vom 8. bis zum 17. Jahrhundert. Dabei sollen insbesondere die erweiterten Darstellungsmöglichkeiten der hochauflösenden Digitalfotografie und weitere Materialuntersuchungen genutzt werden.
Ziel des Projekts ist es, alle bereits in den letzten einhundert Jahren entstandenen Untersuchungsdokumentationen aus den örtlichen Beständen von Bauarchiv und archäologischer Dokumentation zusammenzuführen und neu zu bewerten.  Durch die umfassende Darstellung von exemplarischen Einzelstücken des 850 Jahre umfassenden Bestand von Gipsstuck in einem Architekturkomplex mit allen Eigenheiten des Materials, der Werktechnik und der ehemaligen bzw. aktuellen Oberflächenbeschaffenheit entsteht ein singuläres Kompendium zur Kunsttechnologie des Stuckierens. Mit der kritischen Aufarbeitung der Werk- und Restaurierungsgeschichte soll ein Grundlagenwerk für die Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Restaurierung geschaffen werden.
Direct link to Lay Summary Last update: 18.03.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
Stylistic Analysis and Multi-Spectral Imaging of Wall Paintings at Villa Arianna
Wolf Michael, Gardelli Paolo, Butyagin Alexander, Raimondi Comin Aurora (2020), Stylistic Analysis and Multi-Spectral Imaging of Wall Paintings at Villa Arianna, in Giulierini Paolo, Sampaolo Valeria, Coralini Antonella (ed.), SilvanaEditoriale, Milano, 429-438.
... in anderem Licht gesehen ...neue Einblicke in die karolingische Wandmalerei der Klosterkirche Sankt Johann in Müstair
WolfMichael (2019), ... in anderem Licht gesehen ...neue Einblicke in die karolingische Wandmalerei der Klosterkirche Sankt Johann in Müstair, in Kunst + Architektur in der Schweiz , 70(4), 70-77.
In More Romano, Medieval residences of the Holy Roman Empire
NicolaiBernd (2019), In More Romano, Medieval residences of the Holy Roman Empire, in Mulvin Lynda, Westbrook Niggl (ed.), Brepols, Turnholt, 165-183.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Dr. Bénédicte Palazzo -Bertholon, CESCM, Université de Poitiers France (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Simon Berger, Amt für Kantonale Denkmalpflege Graubünden Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Dr. Matthias Exner, Landesamt für Denkmalpflege , München Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dr. Christine Bläuer, CSC Conservation Science Consulting Sàrl, Fribourg Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
Dipl. Rest. Thomas Schmidt, Leisnig Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Prof. Dr. Pierre-Alain Mariaux, Neuchâtel Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Saverio Lomartire, Università Vercelli Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dr. Patrick Cassitti wissenschaftlicher Leiter Stiftung ProMüstair Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Forum Kunst des Mittelalters Talk given at a conference Traversar las Alps – Passagen durch die Bündner Alpen 18.09.2019 Bern, Switzerland Reitmaier Thomas;
Forum Kunst des Mittelaters Talk given at a conference Das Kloster St. Johann in Müstair als Phänomen abgelegener Präsenz 18.09.2019 Bern, Switzerland Wolf Michael;
Forum Kunst des Mittelalters Talk given at a conference Sektionsleitung mit Armand Baeryswil: Ponti et passages. Vernetzte Systeme in alpinen Räumen / Bridges and Passages. Alpine Networks 18.09.2019 Bern, Switzerland Nicolai Bernd;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
147347 Die Stuckstatue Karls des Grossen im Kloster Müstair 01.08.2013 Project funding

Abstract

Die UNESCO-Welterbestätte Kloster Sankt Johann in Müstair verfügt über einen aussergewöhnlichen Bestand an Stuckobjekten vom späten 8. bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ziel des beantragten Projekts ist es, unter kunsthistorischer Leitung, aber unter Einbeziehung der Restaurierungs-wissenschaften und der Materialtechnologie einen umfassenden Corpus der Stuckartefakte des Klosters zu erstellen und die Objekte international vergleichend zu analysieren. Neben den berühmten Wandmalereien aus karolingischer und hochromanischer Zeit findet sich in Müstair eine Bandbreite hochkarätiger Stuckplastik aus karolingischer, früh- und hochromanischer, gotischer sowie frühbarocker Zeit, die in dieser Dichte einmalig ist. An erster Stelle müssen dabei die Karlsstatue, das romanische Taufrelief und das romanische Chorgewölbe der Ulrichskapelle genannt werden. Aber auch die spätgotische Emporenbrüstung aus gipsgebundenem Gussstein oder die erst durch archäologische Untersuchungen bekannt gewordenen karolingischen Stuckaturen der Heiligkreuzkapelle aus dem späten 8. Jahrhundert haben höchste kunsthistorische Bedeutung und verdienen es, endgültig in der Forschung verankert zu werden. Diese für das Mittelalter nur selten, lokal begrenzt vorkommende Stucktechnologie über einen Zeitraum von etwa 850 Jahren hinweg innerhalb eines klöstlerlichen Komplexes zu untersuchen, und in den Corpusband einfliessen zu lassen, ist eine weitere Aufgabe des Projekts. Im Jahr 2015 wurde von Katrin Roth-Rubi in Zusammenarbeit mit Hans Rudolf Sennhauser (Roth-Rubi, Sennhauser 2015) ein zweiteiliger Corpus zur frühen Marmorskulptur aus dem Kloster Sankt Johann vorgelegt. Diese vorbildlich durchgeführte Aufarbeitung eines geschlossenen Werkkomplexes zur frühmittelalterlichen Sakralausstattung dient als Modell für die Aufarbeitung der unterschiedlichen Stuckgruppen in Müstair. Die Untersuchung gliedert sich in zwei Teile: Im Textteil werden einzelne hervorragende Objekte und Objektgruppen detailliert analysiert und zusammenhängend interpretiert. Dazu gehören, neben den Schwerpunkten der Materialität und der Werktechnik, der bau- sowie funktionsgeschichtliche Kontext, alle kunsttechnologischen, stilistischen und kunsthistorischen Aspekte. Der zweite Teil besteht aus einem kritischen Katalog des Gesamtbestandes jeweils mit den wichtigsten, knapp gehaltenen Informationen. Insgesamt werden die Objekte damit in ein europäisches Vergleichssystem eingebunden und nicht mehr isoliert für sich betrachtet. Abschliessend wird eine einordnende Synthese des Gesamtbestandes der Müstairer Objekte im internationalen Massstab vorgenommen. Schliesslich soll auch zum Aspekt einer kunsttechnologischen Tradition des Gipsstucks in der Region Müstair/Vinschgau Stellung einbezogen werden. Da in dieses Projekt auch alle konservatorisch-restauratorischen Massnahmen sowie die relevanten archäologischen Interventionen seit der Zeit um 1900 integriert werden, ergibt sich im Weiteren auch eine grosse (boden-)denkmalpflegerische Relevanz für die jetzige und zukünftige Bestandspflege. Aus diesem Grund ist der Kantonsarchäologe von Graubünden Mitantragsteller, woraus sich eine wertvolle Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie und angewandter Praxis ergibt.
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