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Professionelle Kompetenzen und Unterrichtshandeln von Primarlehrpersonen im Lernbereich Rechtschreibung. Eine ländervergleichende Studie (CH-D)

English title Professional Competences and Classroom Practice of Primary Teachers in the Didactic Field of Orthography. A comparative Study (CH - D)
Applicant Wiprächtiger-Geppert Maja
Number 169736
Funding scheme Project funding
Research institution Institut Primarstufe Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz
Institution of higher education Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz - PH-FHNW
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.09.2017 - 31.08.2020
Approved amount 249'246.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Education and learning sciences, subject-specific education
German and English languages and literature

Keywords (4)

Unterrichtsforschung; Professionsforschung; Deutschdidaktik; Rechtschreibunterricht

Lay Summary (German)

Lead
Die Rechtschreibfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern stehen immer wieder im Fokus der öffentlichen Diskussion. Häufig wird moniert, dass sich durch veränderten Unterricht die Leistungen verschlechtert hätten. Allerdings ist bisher nur wenig darüber bekannt, wie Lehrpersonen den Rechtschreibunterricht an der Primarschule tatsächlich gestalten.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts:

Das Projekt geht dieser Frage nach und untersucht zudem, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Unterrichtsgestaltung und dem, was Lehrpersonen über Rechtschreibung und Rechtschreibunterricht wissen und denken. Neben Erkenntnissen über diese Zusammenhänge sollen am Schluss verschiedene Instrumente vorliegen, um Rechtschreibunterricht, das professionelle Wissen der Lehrpersonen und ihre Überzeugungen hierzu zu erfassen. Damit werden die Grundlagen geschaffen, um in einem Nachfolgeprojekt zu erkunden, inwiefern die Rechtschreibleistungen der Kinder von der Qualität des Unterrichts und dem Wissen bzw. den Einstellungen der Lehrpersonen abhängen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts:

Unsere Erkenntnisse sollen dazu beitragen, dass die bisweilen hitzige und unfruchtbare Diskussion über die „richtige Methode“ zum Erlernen der Rechtschreibung auf empirischer Basis neue, sachliche Impulse erhält. Für die Lehreraus- und -weiterbildung liefert die Studie zudem Hinweise, über welches Wissen im Bereich der Rechtschreibung die Lehrpersonen zur Gestaltung von gutem Rechtschreibunterricht verfügen müssen.

Direct link to Lay Summary Last update: 20.06.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Wie Primarlehrpersonen Unterricht zur Doppelkonsonantenschreibung gestalten.
Riegler Susanne, Wiprächtiger-Geppert Maja, Schmidt Romina (2019), Wie Primarlehrpersonen Unterricht zur Doppelkonsonantenschreibung gestalten., in Leseforum, (3), 1-15.
Den Unterricht im Blick: Deskription der Praxis als Aufgabe und Herausforderung für die orthografiedidaktische Unterrichtsforschung.
RieglerSusanne, Wiprächtiger-GeppertMaja (2018), Den Unterricht im Blick: Deskription der Praxis als Aufgabe und Herausforderung für die orthografiedidaktische Unterrichtsforschung., in Riegler Susanne, Weinhold Swantje (ed.), Erich Schmidt Verlag, Berlin, 69-89.
Empirische Befunde zum Professionswissen von Lehrpersonen im Bereich der Doppelkonsonantenschreibung
Wiprächtiger-GeppertMaja, RieglerSusanne (2018), Empirische Befunde zum Professionswissen von Lehrpersonen im Bereich der Doppelkonsonantenschreibung, in Weinhold Swantje, Riegler Susanne (ed.), Erich Schmidt Verlag, Berlin, 29-50.
Wie Primarlehrpersonen Rechtschreiben unterrichten.
RieglerSusanne, Wiprächtiger-GeppertMaja, KuscheDorothea, SchurigMichael, Wie Primarlehrpersonen Rechtschreiben unterrichten., in Didaktik Deutsch, (49).

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Leipzig/Grundschulpädagogik Deutsch/Prof. Dr. Susanne Riegler Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Exchange of personnel
Fachstelle Methoden (IfE, Uni Zürich) Dr. Urs Grob Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Rechtschreibtagung Bremen 2020: Neue Wege des Orthografieerwerbs Forschung – Vermittlung – Reflexion Talk given at a conference Die Unterrichtswirklichkeit im Blick. Zur Inszenierung von Rechtschreibunterricht in Deutschland und der Schweiz. 17.01.2020 Bremen, Germany Wiprächtiger-Geppert Maja; Kocher Romana; Riegler Susanne;
Forschungstag der Pädagogischen Hochschule FHNW Talk given at a conference Qualität von Rechtschreibunterricht – zur Abgrenzung von kognitiver Aktivierung und konstruktiver Unterstützung. 29.11.2019 Muttenz, Switzerland Stahns Ruven; Kocher Romana; Wiprächtiger-Geppert Maja;
ARLE conference Talk given at a conference Primary School Teachers’ Beliefs about Spelling and Spelling Acquisition 26.06.2019 Lissabon, Portugal Riegler Susanne;
GEBF: "Lehren und Lernen in Bildungsinstitutionen" Talk given at a conference Überzeugungen von Primarlehrpersonen zu Orthografie und Orthografieerwerb 25.02.2019 Köln, Germany Kocher Romana; Wiprächtiger-Geppert Maja; Riegler Susanne; Schurig Michael;
Symposion Deutschdidaktik Talk given at a conference Zwischen Silbentanz und Rechtschreibregel. Zur Praxis des Rechtschreibunterrichts im Primarbereich. 16.09.2018 Hamburg, Germany Wiprächtiger-Geppert Maja;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Gestaltung und Konzeption des Rechtschreibunterrichts an Schweizer Primarschulen Schulblatt Aargau-Solothurn German-speaking Switzerland 2020

Abstract

Die Rechtschreibfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern stehen immer wieder im Fokus der öffentlichen Diskussion. Im Sommer 2013 setzte der SPIEGEL „Die neue Schlechtschreibung“ auf die Titelseite und entfachte damit erneut eine heftige Debatte über Beginn, Umfang und Gestaltung des Rechtschreibunterrichts in der Grundschule. Auch in der wissenschaftlichen Diskussion herrscht alles andere als Einigkeit (vgl. die Debatte in Kruse, Reichardt 2016): Während stark pädagogisch motivierte Ansätze wie der „Spracherfahrungsansatz“ oder Jürgen Reichens „Lesen durch Schreiben“ zunächst auf ein phonetisches Verschriften setzen und Orthografisches hintanstellen, plädieren andere, stärker sprachwissenschaftlich orientierte Konzeptionen für eine systematische orthografische Unterweisung von Anfang an. Die aktuelle Kontroverse kreist darüber hinaus um die Frage, auf welcher linguistischen Grundlage der Lerngegenstand Orthografie angemessen beschrieben und für den Erwerb modelliert werden kann; hier stehen sich Phonem-Graphem-Konzepte (z. B. Thomé et al. 2011) und silbenbasierte Ansätze (z. B. Bredel et al. 2011) konkurrierend gegenüber.Die verschiedenen Positionen werden im Fachdiskurs von ihren Befürwortern mit ausgeprägt normativem Anspruch vertreten, ohne dass die nach wie vor schmale empirische Befundlage bislang gesicherte Aussagen zugunsten der einen oder anderen Konzeption erlaubt. Die wenigen Vergleichsstudien, die überhaupt zu dieser Frage vorliegen (vgl. Röhr-Sendlmeier et al. 2007; Weinhold 2009), konnten über die Grundschulzeit hinweg keine generellen Vorteile für eines der untersuchten Schrifterwerbskonzepte ausmachen. Allerdings nehmen diese Studien nur die Lernfortschritte der Kinder im Rechtschreiben in den Blick; der konkrete Unterricht, der diesen Wissenszuwachs hervorbringt, bleibt ausgeblendet. Was genau im Rechtschreibunterricht der Primarstufe geschieht, ist bisher allenfalls in Ansätzen erforscht.Ziel des beantragten Projektes ist es vor diesem Hintergrund, ein fachdidaktisch differenziertes Bild der Gestaltung und inhaltlichen Strukturierung des aktuellen Rechtschreibunterrichts in der Primarstufe zu zeichnen, ihn hinsichtlich seiner fachspezifischen Prozessqualität zu evaluieren und dabei besonders den Zusammenhang zwischen Merkmalen des Unterrichts und ausgewählten Aspekten von Lehrerprofessionalität (Professionswissen und Überzeugungen) zu analysieren. Zur Prüfung der formulierten Forschungshypothesen werden je 20 Unterrichtsstunden zur -Schreibung in 3. oder 4. Klassen in Deutschland (Sachsen) und der Schweiz (Nordwestschweiz) videografiert und mithilfe einer Kombination aus verschiedenen niedrig- bis hochinferenten Analyseinstrumenten und rekonstruktiven Verfahren ausgewertet; zugleich werden mit einem eigens entwickelten Fragebogen das orthografiebezogene Professionswissen und die Überzeugungen der Lehrpersonen erfasst. Die Analyse der Videodaten fokussiert auf sowohl oberflächenstrukturelle als auch sach- und tiefenstrukturelle Merkmale des Unterrichts, die in ihrem Zusammenhang analysiert und zu den erfassten Merkmalen der Lehrperson (Wissen und Überzeugungen) in Beziehung gesetzt werden. Unter international vergleichender Perspektive wird zudem der Frage nachgegangen, ob sich länderspezifische (kulturell und/oder sprachlich bedingte) Unterschiede im Unterrichtshandeln der Lehrpersonen beobachten lassen.Neben der Gewinnung von inhaltlichen Einsichten ist es ein zentrales Anliegen der Untersuchung, Instrumente für die künftige Forschung im Bereich des Rechtschreibunterrichts zu entwickeln. Ein Folgeprojekt, das Merkmale von Unterricht und Lehrpersonen mit Schülermerkmalen sowie Nutzungs- und Wirkungsaspekten von Rechtschreibunterricht in Verbindung bringt, ist vorgesehen.
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