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Transparenz und Geheimhaltung im schweizerischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht - Interdisziplinäre Grundlagen und funktionale Rechtsvergleichung

English title Transparency and Secrecy in Swiss Corporate and Capital Market Law - Interdisciplinary Foundations and Functional Comparative Law
Applicant Troxler Tizian
Number 167723
Funding scheme Return CH Advanced Postdoc.Mobility
Research institution Juristische Fakultät Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Legal sciences
Start/End 01.08.2017 - 30.11.2017
Approved amount 35'331.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Legal sciences
Science of management
Economics

Keywords (6)

Transdisziplinär; Kapitalmarktrecht; Interdisziplinär; Grundlagenforschung; Rechtsvergleichung; Gesellschaftsrecht

Lay Summary (German)

Lead
Im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht besteht seit längerem ein unverkennbarer Trend zur Transparenz. Gleichzeitig stellt sich die kontroverse Frage, ob mit dem Ausbau von Offenlegungs- und Publizitätsvorschriften die angestrebten Ziele überhaupt erreicht werden können.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts 

Sowohl im Gesellschafts- als auch im Kapitalmarktrecht wurden in den letzten Jahrzehnten die einzuhaltenden Transparenz- und Publizitätspflichten laufend ausgebaut. Damit sollen Informationsasymmetrien zwischen den Marktteilnehmern abgebaut und ideale Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit der Märkte geschaffen werden.  

Das Ziel dieses Forschungsprojekts besteht deswegen darin, die Leistungsfähigkeit sowie die Grenzen der Offenlegung als regulatorischer Ansatz unter Einbezug der Funktionen von Geheimhaltungsrechten zu untersuchen. Dabei wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der sowohl rechtliche als auch ökonomische Betrachtungsweisen berücksichtigt.

Die Bearbeitung erfolgt in drei Etappen: In einem ersten Schritt wird ein Bezugsrahmen entwickelt, der die für eine sachgerechte, praktikable und realitätsnahe Regulierung zu berücksichtigenden Aspekte darlegt und dergestalt als Orientierungshilfe dienen kann. In einem zweiten Schritt wird sodann die geltende schweizerische Regulierung einschliesslich der Rechtsanwendungspraxis im Lichte des entwickelten Bezugsrahmens analysiert. In einem dritten Schritt werden die Schlüsselergebnisse zusammengefasst und Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Im Rahmen des laufenden Forschungsaufenthalts an der Harvard Law School konnte bis anhin, insbesondere auch mit Hilfe der Rechtsvergleichung, ein modellhafter Ansatz zur Regulierung der Ad-hoc-Publizität entworfen werden. Dieser Ansatz wird in den kommenden Wochen und Monaten kritisch reflektiert und gegebenenfalls angepasst, bevor andere Konstellationen im Spannungsfeld von Transparenz und Geheimhaltung einbezogen werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext 

Die Frage, wie mit Informationsasymmetrien rechtlich umzugehen ist, beschäftigt Juristen seit Jahrhunderten. Mit dem vorliegenden Projekt sollen interdisziplinäre Grundlagen zur Offenlegung als regulatorischer Ansatz geschaffen werden. 
Direct link to Lay Summary Last update: 15.06.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Mit dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen drei grundlegende Fragen meiner Habilitationsarbeit zum Spannungsverhältnis zwischen den Informationsbedürfnissen des Marktes und den Geheimhal-tungsinteressen der einzelnen Marktteilnehmer im schweizerischen Gesellschafts- und Kapitalmarkt-recht untersucht werden. Erstens soll unter Berücksichtigung rechtlicher und ökonomischer Gesichts-punkte ein Regulierungsmodell entwickelt werden, mit dem sich der in mannigfaltiger Ausprägung in Erscheinung tretende Konflikt zwischen dem Transparenzbedürfnis des Marktes und den gegenläufi-gen Geheimhaltungsinteressen der Markteilnehmer rechtlich adäquat erfassen lässt. In methodischer Hinsicht wird insbesondere - aber nicht ausschliesslich - auf die klassische und auch verhaltensöko-nomische Analyse des Rechts zurückgegriffen. Sodann sollen die schweizerische und U.S.-amerikanische Regulierung dreier besonders typischer und praxisrelevanter Problemkreise innerhalb des genannten Spannungsverhältnisses funktional rechtsvergleichend analysiert werden. Und endlich soll die geltende schweizerische Regulierung des genannten Interessenkonfliktes vor dem Hinter-grund der gewonnenen Erkenntnisse und des entwickelten Regulierungsmodells untersucht werden. Dabei wird insbesondere die Frage zu klären sein, wie im Rahmen der konkreten Rechtsauslegung und -anwendung auch ökonomische Gesichtspunkte berücksichtigt werden können. Methodisch han-delt es sich hierbei um eine klassische Rechtsauslegungsfrage im Hinblick auf eine adäquate Rechts-anwendung. Dabei wird grundsätzlich dem etablierten juristischen Auslegungskanon gefolgt, gleich-zeitig aber auch versucht, diesen um einen rechtsmethodisch einwandfreien Einbezug klassisch-ökonomischer und auch verhaltensökonomischer Aspekte zu erweitern.
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