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Städtische Netzwerke und Gerichtsnutzung im Spätmittelalter. Eine Untersuchung der sozialen und topographischen Struktur von Schuld- und anderen Beziehungen anhand der Akten des Basler Gerichtsarchivs

English title City networks and court use in the late Middle Ages. An analyis of the social and topographical structure of debt and other relations on the basis of court records in Basel
Applicant Hitz Benjamin
Number 167660
Funding scheme Return CH Advanced Postdoc.Mobility
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.08.2017 - 30.11.2017
Approved amount 22'715.00
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All Disciplines (2)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Sociology

Keywords (7)

Court Use; Historical Network Research (HNR); Social Topography; Debt/Credit Relations; Social Network Analyses (SNA); Basel; Late Middle Ages

Lay Summary (German)

Lead
Schulden sind wahrscheinlich fast so alt wie die Menschheit, und so erstaunt es nicht, dass auch mittelalterliche Quellen Zeugen sind von vielfältigen Schuldverhältnissen. Das vorliegende Projekt untersucht die Gerichtsprozesse, die im spätmittelalterlichen Basel stattfanden, und setzt dabei auf die Methode der sozialen Netzwerkanalyse.
Lay summary
Die spätmittelalterliche städtische Gesellschaft war geprägt von vielen Formen von Schuld- und Kreditverhältnissen. Das ging vom einfachen, mündlich vereinbarten Konsumkredit zum schriftlich formalisierten Rentenverkauf. Kredite hielten angesichts des notorischen Bargeldmangels die Wirtschaft in Schwung, sie hatten aber auch soziale Funktionen: Dank der breiten Streuung über die ganze Gesellschaft hatten sie eine sozial verbindende Funktion. Schulden konnten aber auch zu Abhängigkeiten und Konflikten führen. Ein Teil der Schuldverhältnisse war in irgendeiner Form umstritten und wurde vor Gericht verhandelt, wobei das Schultheissengericht Grossbasels einen grossen Anteil übernahm. Anhand von Stichproben will das vorliegende Projekt die sozialen Netzwerke, die sich vor Gericht manifestieren, erfassen und analysieren. Dank weiteren Quellenbeständen (vor allem Steuerlisten) werden die Personen identifiziert und wenn möglich geographisch lokalisiert. Angaben zum Beruf und zur sozio-ökonomischen Situation vervollständigen das Bild. Die Analyse soll zu einer Beschreibung der sozialen und räumlichen Struktur insbesondere der Schuldverhältnisse führen und dabei die Frage nach der Nutzung des Gerichts und der verschiedenen möglichen Gerichtsverfahren aufwerfen. Neben den Schuldverhältnissen werden auch andere vor Gericht fassbare Beziehungen untersucht, etwa Vormundschaften und Vertretungen. Ein Fokus liegt dabei auch auf den geschlechtsspezifischen Formen der Gerichtsnutzung.
Direct link to Lay Summary Last update: 03.05.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Die spätmittelalterliche städtische Gesellschaft war geprägt von vielen Formen von Schuld- und Kreditverhältnissen. Das ging vom einfachen, mündlich vereinbarten Konsumkredit zum schriftlich formalisierten Rentenverkauf. Kredite hielten angesichts des notorischen Bargeldmangels die Wirtschaft in Schwung, sie hatten aber auch soziale Funktionen: Dank der breiten Streuung über die ganze Gesellschaft hatten sie eine sozial verbindende Funktion. Schulden konnten aber auch zu Abhängigkeiten und Konflikten führen. Ein Teil der Schuldverhältnisse war in irgendeiner Form umstritten und wurde vor Gericht verhandelt, wobei das Schultheissengericht Grossbasels einen grossen Anteil übernahm. Anhand von Stichproben will das vorliegende Projekt die sozialen Netzwerke, die sich vor Gericht manifestieren, erfassen und analysieren. Dank weiteren Quellenbeständen (vor allem Steuerlisten) werden die Personen identifiziert und wenn möglich geographisch lokalisiert. Angaben zum Beruf und zur sozio-ökonomischen Situation vervollständigen das Bild. Die Analyse soll zu einer Beschreibung der sozialen und räumlichen Struktur insbesondere der Schuldverhältnisse führen und dabei die Frage nach der Nutzung des Gerichts und der verschiedenen möglichen Gerichtsverfahren aufwerfen. Neben den Schuldverhältnissen werden auch andere vor Gericht fassbare Beziehungen untersucht, etwa Vormundschaften und Vertretungen. Ein Fokus liegt dabei auch auf den geschlechtsspezifischen Formen der Gerichtsnutzung.
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