Project

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Wertorientierungen und Lebenswelten im Strafvollzug

English title Value orientations and living environment in prisons
Applicant Wegel Melanie
Number 162380
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Delinquenz u. Kriminalpräventio Departement Soziale Arbeit ZHAW
Institution of higher education Zurich University of Applied Sciences - ZHAW
Main discipline Legal sciences
Start/End 01.06.2016 - 30.09.2018
Approved amount 257'032.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Legal sciences
Sociology

Keywords (3)

Strafvollzug; Kriminologie; Werte

Lay Summary (German)

Lead
Im Rahmen von repräsentativen Befragungen von Inhaftierten sowie dem Strafvollzugspersonal, soll untersucht werden, welche Wertorientierungen und kriminalpolitischen Einstellungen von diesen Gruppierungen präferiert werden.
Lay summary

Die Bedeutung von Werten und deren Wirkung in unterschiedlichen sozialen Milieus hat in der kriminologischen Forschung bereits eine lange Tradition. Konsens besteht darin, dass mit zunehmender Delinquenzbelastung, die Bedeutung konventioneller Werte abnimmt und sogenannte kriminogene Werte an Bedeutung gewinnen. Weiter ist aus der deutschsprachigen Werteforschung bekannt, dass sich verschiedene Gruppierungen auch aus der Normalbevölkerung bestimmten Wertemilieus zuordnen lassen.

In der Zwangsgemeinschaft des Strafvollzugs treffen täglich zwei Gruppierungen, die Inhaftierten einerseits, und das Strafvollzugspersonal andererseits zusammen. Mit der beantragten Studie soll untersucht werden, welche Werte von den Inhaftierten präferiert werden. Weiter ist von Interesse ob hier Zusammenhänge zu den jeweiligen Deliktskategorien ersichtlich sind und wie die Einstellung der Inhaftierten zu Fragestellungen der Punitivität sind. Als Referenzgruppe soll zusätzlich das Strafvollzugspersonal befragt werden.

Methode:

Geplant sind schriftliche Befragungen in Vollzugsinstitutionen aller drei Sprachregionen in der Schweiz.

Broader Impact:

Die Fragestellung nach Wertepräferenzen und Einstellung zu Bestrafung ist insofern für die Praxis von Bedeutung, da der Strafvollzug in erster Linie auf die Aufgabe der Resozialisierung hinarbeiten muss und vor diesem Hintergrund die Einstellungen im Bereich Delinquenz/Wertorientierung sowie Bestrafung eine wichtige Determinante für den Effekt auf die Resozialisierung darstellen können.

Schlagworte:

Werteforschung, Punitivität, Vollzugsforschung

Direct link to Lay Summary Last update: 04.05.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Werte von Inhaftierten : Jenseits von Gut und Böse
Wegel Melanie (2018), Werte von Inhaftierten : Jenseits von Gut und Böse, ZHAW, Winterthur.
Geschlecht und Delinquenz: die Wertetheorie und ihr Erklärungspotenzial mt Blick auf weibliche Inhaftierte.
Wegel Melanie, IsenhardtAnna, KamenowskiMaria (2018), Geschlecht und Delinquenz: die Wertetheorie und ihr Erklärungspotenzial mt Blick auf weibliche Inhaftierte., in Neue Kriminalpolitik, 30(2), 189-209.
Wertorientierungen von Straffälligen vor einem geschlechtsspezifischen Hintergrund.
WegelMelanie (2018), Wertorientierungen von Straffälligen vor einem geschlechtsspezifischen Hintergrund., in Forum Strafvollzug, (1), 57-60.
Inchiesta sui valori e le opinioni in materia di politica criminale
Wegel Melanie (2017), Inchiesta sui valori e le opinioni in materia di politica criminale, researchgate, Online.
Orientation aux valeurs et attitudes envers la politique criminelle: Rapport intermédiaire
Wegel Melanie, KamenowskiMaria, BesozziClaudio, HoferRoger (2017), Orientation aux valeurs et attitudes envers la politique criminelle: Rapport intermédiaire, researchgate, Online.
Theater(pädagogik) im Strafvollzug - Chancen für die Tertiärprävention?
WegelMelanie, KamenowskiMaria, HartmannAndrea Barbara, HoferRoger (2017), Theater(pädagogik) im Strafvollzug - Chancen für die Tertiärprävention?, in Forum Kriminalprävention, 66(4), 9-11.
Wertorientierungen und kriminalpolitische Einstellungen im Strafvollzug Zwischenbericht - Datenerhebung
Wegel Melanie, Isenhardt Anna, Kamenowski Maria, Hofer Roger (2017), Wertorientierungen und kriminalpolitische Einstellungen im Strafvollzug Zwischenbericht - Datenerhebung, researchgate, Online.
Compliance and Value Orientations at Universities
Wegel Melanie, Kamenowski Maria, Hartmann Andrea Barbara, Compliance and Value Orientations at Universities, in Compliance Elliance Journal, 2018(2).
Nationale und religiöse Vielfalt im Schweizerischen Strafvollzug
WegelMelanie, Nationale und religiöse Vielfalt im Schweizerischen Strafvollzug, in Forum Strafvollzug.
Religion und Subkultur im Strafvollzug
WegelMelanie, Religion und Subkultur im Strafvollzug, in Boers Klaus (ed.), Forum Verlag Godeberg, Mönchengladbach.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Conference of the European Society of Criminology Talk given at a conference Relevant relationships and issues for long-term inmates - What matters if nothing else matters anymore?, 29.07.2018 Sarajevo, Bosnia-Hercegovina Kamenowski Maria;
54. Kolloquium der Südwestdeutschen und Schweizerischen Kriminologischen Institute und Lehrstühle Talk given at a conference Die Bedeutung von „Familie“ für Inhaftierte in der Schweiz 06.07.2018 Lambrecht, Germany Kamenowski Maria;
23. Deutscher Präventionstag Talk given at a conference Erkenntnisse zur Theaterarbeit mit Inhaftierten 11.06.2018 Dresden, Germany Kamenowski Maria;
Kriminologische Welt in Bewegung Talk given at a conference Wertorientierungen im Strafvollzug 28.09.2017 Münster (Westfalen), Germany Wegel Melanie;
53. Kolloquium der Südwestdeutschen und Schweizerischen Kriminologischen Institute und Lehrstühle Talk given at a conference Werte im Strafvollzug 15.07.2017 Freiburg im Breisgau, Germany Wegel Melanie;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Desistance oder Persistance Workshop 16.11.2017 Salez, Switzerland Wegel Melanie;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
142207 Anekdote - Biographie - Kanon 01.12.2012 Publication grants
143207 Sicherheit im Freiheitsentzug - Die Bedeutung institutioneller Merkmale und individueller Eigenschaften von Insassen und Angestellten für die Sicherheit in Einrichtungen des Schweizer Freiheitsentzugs 01.02.2013 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die Bedeutung von Werten und deren Wirkung in unterschiedlichen sozialen Milieus hat in der kriminologischen Forschung bereits eine lange Tradition (Kerner/Stroezel/Wegel/Weitekamp 2012, Kerner/Stroezel/Wegel 2003, ebenso Hermann 2003). Konsens besteht darin, dass mit zunehmender Delinquenzbelastung, die Bedeutung konventioneller Werte abnimmt und sogenannte subkulturelle (Hermann 2003) bzw. kriminogene Werte an Bedeutung gewinnen. Weiter ist aus der deutschsprachigen Werteforschung bekannt, dass sich verschiedene Gruppierungen auch aus der Normalbevölkerung bestimmten Wertemilieus zuordnen lassen (Kerner/Stroezel/Wegel 2009 sowie Hermann/Dölling 2001). In der Zwangsgemeinschaft des Strafvollzugs treffen täglich zwei Gruppierungen, die Inhaftierten einerseits, und das Vollzugspersonal andererseits zusammen. Mit der beantragten Studie soll nicht nur mittels bivariater Methoden untersucht werden ob sich die Gruppe der Inhaftierten von der Gruppe des Vollzugspersonals mit Blick auf deren Wertorientierungen unterscheiden, vielmehr soll auch der Frage nachgegangen werden ob Zusammenhänge zwischen individuell reflexiven Werten und kriminalpolitischen Einstellungen, bezogen auf die jeweiligen Gruppen, existieren. Mit dieser ersten Fragestellung sollen beide Gruppierungen hinsichtlich ihrer Wertorientierungen und ihrer kriminalpolitischen Einstellungen untersucht werden um zu prüfen, ob diese sich diametral gegenüberstehen. Die Arbeitshypothese ist insofern für die Praxis von Bedeutung, da der Strafvollzug in erster Linie auf die Aufgabe der Resozialisierung hinarbeiten muss und vor diesem Hintergrund die Einstellungen im Bereich Delinquenz/kriminalpolitische Einstellungen sowie die Wertorientierungen von Seiten des Vollzugspersonal eine wichtige Determinante für den Effekt auf die Resozialisierung und den Umgang mit den Inhaftierten darstellen können. Mit Blick auf die Inhaftierten ist die Frage nach deren kriminalpolitischen Einstellungen insofern relevant, da die Deliktarbeit und Delikteinsicht, in der sozialen Arbeit und dem therapeutischen Bereich im Strafvollzug einen Arbeitschwerpunkt darstellt. Geplant ist keine Vollerhebung aller Inhaftierten, sondern eine Auswahl, die unterschiedliche Vollzugsformen in allen drei Sprachregionen der Schweiz berücksichtigt. Generell sollen vor allem folgende Fragen beantwortet werden:Welche Wertorientierungen präferieren Strafgefangene und das Vollzugspersonal in der Schweiz?Unterscheiden sich die Wertorientierungen der Inhaftierten nach Deliktsart (unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftskriminalität)?Inwieweit gibt es Zusammenhänge zwischen den präferierten Wertorientierungen und der Einstellung gegenüber Regelverstössen und Sanktionen?Ergänzend zu den Befragungspopulationen soll im Sinne einer Vergleichsgruppenanalyse eine Online Befragung in der Schweizer Durchschnittsbevölkerung durchgeführt werden um den Befund aus vergleichbaren Untersuchungen (Hermann 2003/ Wegel 2012) zu sichern, nachdem Personen, die nicht im engeren Sinn von Straffälligkeit betroffen sind im Rahmen von Mittelwertsvergleichen von diesen abweichen.
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