Project

Back to overview

Diakonissen und Ordensschwestern im 20. Jahrhundert in der Schweiz

English title Religious Women in Switzerland during the 20th Century
Applicant Ries Markus
Number 159981
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologische Fakultät Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline Ecclesiastical history
Start/End 01.04.2015 - 31.08.2018
Approved amount 418'801.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
Ecclesiastical history
Swiss history

Keywords (12)

catholic; cultural history; narratives; identity; experiences of live; female history; religious women; protestant; oral history; interconfessional; interviews; biographical history

Lay Summary (German)

Lead
Evangelische Diakonissengemeinschaften und katholische Schwesternkongregationen prägten im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das soziale Engagement der Kirchen. Bei den Biographien der der Mitglieder ist zu vermuten, dass sie hinsichtlich religiöser Motivation und Herkunftsmilieus konfessionsübergreifende Gemeinsamkeiten aufweisen. Solche würden Rückschlüsse auf gesellschaftliche und kirchliche Funktionen der Institutionen zulassen und zur Erklärung von Veränderungen beitragen.
Lay summary
Inhalt und Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist die alltags- und frömmigkeitsgeschichtliche Erhebung von Informationen zum Leben religiöser Frauen in evangelischen und katholischen Gemeinschaften sowie die Formulierung biographiegeschichtlicher Gesamtsichten. Grundlage wird die Auswertung qualitativer Daten bilden, die zu gewinnen sind mit Hilfe leitfadengesteuerter Interviews. Zu diesem Zweck werden die Mitglieder der Projektgruppe mit mehreren Dutzend Diakonissen und Schwestern, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihren Gemeinschaften Aufgaben in Schule, Krankenpflege oder Sozialarbeit übernahmen, Gespräche führen. Die Ergebnisse werden es möglich machen, Konsequenzen von Entkonfessionalisierung und Entkirchlichung sowie die dadurch induzierte verstärkte Binnenorientierung aus religionsgeschichtlicher Perspektive zu beschreiben und zu verstehen.

Die Fragestellung entstand aus der Bearbeitung eines vorausgegangenen, in den Jahren 2010 bis 2013 durchgeführten Projektes zum Thema „Religiöse Frauengemeinschaften in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert“. Es ergaben sich vielfältige Aufschlüsse zu den Zusammenhängen zwischen sozialem Engagement und spezifisch weiblichen Identitäten im Bereich des Religiösen. Die Arbeit an diesem kulturgeschichtlich ausgerichteten Projekt machte deutlich, dass die Auswertung schriftlicher Überlieferungen gute Voraussetzungen schafft, um institutionelle Aspekte der Gemeinschaften und die Entwicklung ihrer religiösen Profile zu beschreiben, dass aber für die Bearbeitung subjekt- und alltagsgeschichtlicher Fragestellungen in diesem Bereich zusätzliche Grundlagen notwendig sind. Um Identitätsprofile biographisch zu erfassen und zu vergleichen, werden nun mit Hilfe von „oral history“ weitere Aspekte erfasst. Unter den aktuellen Bedingungen ist ein Vorhaben dieser Art nur noch während begrenzter Zeit möglich, da die Zahl der erreichbaren Zeitzeuginnen aus der relevanten Epoche rasch abnimmt.


Direct link to Lay Summary Last update: 13.04.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Diakonissen in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert
Schär Regula (2018), Diakonissen in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert, TVZ-Verlag, Zürich.
Ordensschwestern in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert
Vorburger Esther (2018), Ordensschwestern in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert, TVZ-Verlag, Zürich.
Caritas und Askese. Theodosius Florentini und die Anfechtungen eines spirituellen Ideals
Ries Markus (2017), Caritas und Askese. Theodosius Florentini und die Anfechtungen eines spirituellen Ideals, in Tomas Finka (ed.), Glas Slavonije Osijek, Dakovo, 31-44.
Von der Not der Zeit getrieben. Maria Theresia Scherer - Theodosius Florentini: Briefe und Schriften
Ries (Hrg. u.a.)Markus (2016), Von der Not der Zeit getrieben. Maria Theresia Scherer - Theodosius Florentini: Briefe und Schriften, Helvetia Franciscana, Luzern.
"Bete für mich und lasse beten [....]". Das Zusammenwirken von Sr. Maria Theresia Scherer und P. Theodosius Florentini
RiesMarkus (2015), "Bete für mich und lasse beten [....]". Das Zusammenwirken von Sr. Maria Theresia Scherer und P. Theodosius Florentini, in Sohn-Kronthaler Michaela (ed.), Tyrolia, Innsbruck, 213-226.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Archiv für Frauen, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz, St. Gallen Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel
Archiv der Schweizerischen Kapuzinerprovinz, Luzern Switzerland (Europe)
- Publication
- Research Infrastructure
Schweizerische Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegegeschichte SGGP Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Fachkommission Geschichte Kloster Muri Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
'Bads' in Healthcare. Negative Experience as an Impetus to Reform in the Nineteenth and Twentieth Centuries Talk given at a conference Female Healthcare Professionalism in the Second Half of the 20th Century: the Perspective of Swiss German Deaconesses 21.06.2018 Winterthur, Switzerland Blättler Martina;
Doktorandenkolloquium der Zeitgeschichte, Universität Freiburg Individual talk Lebenswelt von Diakonissen. Soziale Arbeit von 1945-1990 17.05.2018 La Ferrière, Jura, Switzerland Blättler Martina;
Gedächtnis – Geschichte – Identität: Seminar von Aleida und Jan Assmann Individual talk Oral History – Historische Zeitzeuginnen – Diakonissen der Deutschschweiz 05.12.2017 Luzern, Switzerland Blättler Martina;
Forschungskolloquium zur Geschichte der modernen Welt, Universität Luzern Individual talk „Die Lebenswelt der Diakonisse“ Die Methode Oral History 02.05.2017 Luzern, Switzerland Blättler Martina;
Doktorandenkolloquium der Zeitgeschichte, Universität Freiburg Individual talk „Die Ordensschwester stirbt aus!“ 16.05.2016 La Ferrière, Jura, Switzerland Blättler Martina;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Religion und Staat: Religiöse Frauengeschichte in st. gallischen öffentlichen Archiven Talk 24.04.2018 St. Gallen, Switzerland Vorburger Esther;
Religiöse Frauengeschichte als Forscchungsgegenstand? Talk 19.04.2017 St. Gallen, Switzerland Vorburger Esther;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
134603 Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert 01.04.2011 Project funding (Div. I-III)
182838 Lebensgeschichten von Benediktinerinnen und Benediktinern 01.04.2019 Project funding (Div. I-III)
134603 Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert 01.04.2011 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das Projekt setzt sich mit Lebensgeschichten von Diakonissen und Ordensschwestern auseinander, die in Schweizer Mutterhäusern ihrer Gemeinschaften leben:. Ziel ist die Erschließung alltags- und religionsgeschichtlicher Daten mit der Methode „Oral History“. Es geht um die Erforschung historischer Fragestellungen, die sich durch die Auswertung schriftlicher Quellen zu Lebensgeschichten und zur individuellen Gestaltung des Ordenslebens ergeben haben. Auf diese Weise sollen Informationen gesichert werden, die wegen des hohen Alters von Gemeinschaftsangehörigen bereits in wenigen Jahren nicht mehr zugänglich sein werden.Die Ausgangslage ist bestimmt durch die Folgen fortschreitender Entkonfessionalisierung seit Mitte des 20. Jahrhunderts, die auch bei Schwesterngemeinschaften das religiöse Leben „nach innen“ verlagerte. Untersucht wird der Zeitraum zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Im vorausgegangenen Projekt „Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert“ stand die biografische Forschung noch nicht im Vordergrund. Die Arbeit hat indes deutlich gemacht, dass die Dichte der schriftlichen Überlieferung nicht ausreicht, um Fragen der Kultur- und Alltagsgeschichte zuverlässig zu beschreiben; denn das vorhandene Material erschöpft sich allzu häufig in standardisierten Dokumenten mit stereotypen Aussagen. Im Blick auf die Analyse von Identitäten sind die einzelnen Schwestern individuell deutlich schlechter dokumentiert als die Schwesterngemeinschaften als Institutionen. Die notwendige Ergänzung ist zu leisten mit einer Arbeit im Bereich der „Oral History“, d.h. mit Hilfe von Interviews und deren Auswertung. Ein solches Vorgehen verspricht einen deutlichen Erkenntnisgewinn gegenüber dem, was bisher aus schriftlichen Quellen zu erheben war.Das Projekt “Diakonissen und Ordensschwestern im 20. Jahrhundert in der Schweiz“ wird eine Vernetzung nationaler Forschung mit Arbeiten ermöglichen, wie sie auf diesem Gebiet für andere Länder bereits geleistet ist. Gegenstand sind zwei thematisch und methodisch miteinander verbundene Teilprojekte, innerhalb derer mit qualitativ-biografischer Methode Lebensgeschichten zugänglich gemacht und analysiert werden. Die Ergebnisse werden in einer konfessionsvergleichenden Studie publiziert; die Abschriften der Interviews bleiben in den Archiven der betreffenden Gemeinschaften archiviert.
-