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Gesellschaftliche Positionierung von jungen Erwachsenen der zweiten Ausländergeneration in der Schweiz. Eine qualitative Längsschnittstudie in der Gemeinde Emmen

English title The societal positioning of young second-generation immigrants in Switzerland. A qualitative longitudinal study in the community of Emmen
Applicant Mey Eva
Number 159260
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Delinquenz u. Kriminalpräventio Departement Soziale Arbeit ZHAW
Institution of higher education Zurich University of Applied Sciences - ZHAW
Main discipline Sociology
Start/End 01.12.2015 - 30.11.2017
Approved amount 225'500.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Sociology
Social work

Keywords (8)

migration; second generation; adolescence; transitions into adulthood ; social inequality ; citizenship ; biographical research ; longitudinal study

Lay Summary (German)

Lead
Im Übergang ins Erwachsenenalter beginnen junge Menschen, in Auseinandersetzung mit ihrer bisherigen (Familien-) Geschichte, eigene Lebensperspektiven zu entwickeln und sich eigenständig in sozialer, beruflicher und politischer Hinsicht zu positionieren. Bringt diese Übergangsphase für alle Jugendlichen Herausforderungen mit sich, so trifft dies für junge Frauen und Männer aus zugewanderten Familien in spezifischer Weise zu.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die Studie interessiert sich dafür, wie Secondos und Secondas in der Schweiz den Übergang ins Erwachsenenalter erfahren und gestalten. Anhand konkreter Biographien werden drei Dimensionen gesellschaftlicher Positionierung über mehrere Jahre hinweg untersucht: a) Prozesse der Positionierung im Bildungs- und Berufssystem b) soziale Einbindungen in Familie und Verwandtschaft und ausserfamiliäre Kontexte und c) Positionierungen im Hinblick auf die politisch-rechtliche Zugehörigkeit und Partizipation. Dazu sind rund 35 junge Frauen und Männer aus der Gemeinde Emmen im Zeitraum von 2005 bis 2009 zweimal biographisch befragt worden – ein erstes Mal gegen Ende ihrer obligatorischen Schulzeit, ein zweites Mal drei bis vier Jahre später. Nun soll eine dritte Befragung derselben Personen, die mittlerweile zwischen 23 und 26 Jahren alt sind, realisiert werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext 

Bislang liegen vergleichsweise wenige Langzeitstudien zur gesellschaftlichen Positionierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund vor. Das besondere Design der Studie - mehrmalige biographische Befragung derselben Personen im Übergang ins Erwachsenenalter – erlaubt es, vertiefte Einblicke in die Komplexität und die Prozesshaftigkeit gesellschaftlicher Integration im Migrationskontext zu gewinnen.

Direct link to Lay Summary Last update: 12.02.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Studying Second-Generation Transitions into Adulthood in Switzerland: A Biographical Approach
Mey Eva (2017), Studying Second-Generation Transitions into Adulthood in Switzerland: A Biographical Approach, in Bolman Claudio, Bernardi Laura, Le Goff Jean Marie (ed.), Springer, Open, 197-214.
Junge Menschen sprechen über die Einbürgerung: Gesellschaftliche Positionierung und formale Staatsbürgerschaft im Übergang ins Erwachsenenalter
Mey Eva (2016), Junge Menschen sprechen über die Einbürgerung: Gesellschaftliche Positionierung und formale Staatsbürgerschaft im Übergang ins Erwachsenenalter, in Swiss Journal of Sociology, 42(2), 333-353.
Immigrant Children in Switzerland During their Transition to Adulthood in Times of Crises: Lives Caught between Meritocratic Promise and Experiences of Inequality and Insecurity
Mey Eva, Gül Garabet, Eser Miryam, Immigrant Children in Switzerland During their Transition to Adulthood in Times of Crises: Lives Caught between Meritocratic Promise and Experiences of Inequality and Insecurity, in Marc Grimm, Baris Ertugrul, Bauer Ullrich (ed.), offen, offen.
Wenn rassistisch Dominierte zu rassistisch Dominierenden werden: Positionierungsstrategien unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus eingewanderten Arbeiterfamilien in der Schweiz.
Gül Garabet, Wenn rassistisch Dominierte zu rassistisch Dominierenden werden: Positionierungsstrategien unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus eingewanderten Arbeiterfamilien in der Schweiz., in Oliver Tewes, Gül Garabet (ed.), Beltz Juwelta, Weinheim und Basel.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Martin Baumann, Leiter Religionswissenschaftliches Seminar, Universität Luzern Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Projekt TREE, Universität Basel Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Prof. Dr. Anne Juhasz, Ruhr-Universität Bochum Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Dorothee Schaffner und Angela Rein, FHNW Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
NFS LIVES, IP2, Prof. Claudio Bolzman Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Pascale Steiner, Eidgenössische Kommission für Migrationspolitik (EKM) Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. phil. Paul Mecheril, Institut für Pädagogik, Universität Oldenburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Das Politische im Biographischen. Tagung Sektion Biographieforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Talk given at a conference Biographie als Ort der Vermittlung symbolischer Macht- und Herrschaftsverhältnisse - eine Langzeitstudie zur gesellschaftlichen (Selbst-) Positionierung der so genannt zweiten Migrationsgeneration 16.11.2017 Oldenburg, Germany Gül Garabet; Gehrig Milena; Steiner Isabelle; Mey Eva;
Teilhabe durch*in*trotz Sozialpädagogik. Jahrestagung der Sektion Sozialpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften Talk given at a conference Risiken sozialer Marginalisierung im Übergang ins Erwachsenenalter bei jungen Geflüchteten. Was wir aus der Forschung zu Jugendlichen der zweiten Einwanderergeneration wissen 19.05.2017 Vechta, Germany Mey Eva;
Von der Analyse kultureller Differenz zur Analyse kultureller Differenzierung: Der soziale Raum der postmigrantischen Gesellschaft Talk given at a conference Wenn rassistisch Dominierte zu rassistisch Dominierenden werden: Positionsdifferenzierung und symbolische Kämpfe im Weltsozialraum 07.04.2017 Berlin, Germany Gül Garabet;
Youth and Migration: Challenged borders - challenging bounderies. International Course of Social Work. Talk given at a conference Social positioning and marginalisation in the transition to adulthood 02.11.2016 Lucerne, Switzerland Gül Garabet; Mey Eva;
Praktische und theoretische Probleme vergleichender Forschung in der Sozialen Arbeit. Workshop der Forschungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit Talk given at a conference Vergleich biographischer Verläufe und gesellschaftlicher Positionierungsprozesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen 20.05.2016 St. Gallen, Switzerland Gehrig Milena; Gül Garabet;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Tagung Hochschule und Praxis im Dialog Talk 23.03.2016 Zürich, Switzerland Gehrig Milena; Gül Garabet; Mey Eva;


Abstract

Im Fokus der geplanten Studie steht die gesellschaftliche Positionierung junger Erwachsener mit Migrationsgeschichte in der Schweiz. Gefragt wird, welche Prozesse und Muster von Zugehörigkeit und Partizipation sich im Kontext einer spezifischen Lebenssituation herausbilden, die einerseits von erschwerten Zugängen zu Bildung, Beruf und Staatsbürgerschaft, andererseits von neuen Möglichkeiten zu transnationaler Vernetzung und Identifikation in einer zunehmend globalisierten Welt geprägt ist.Die Studie nimmt drei miteinander verwobene Dimensionen gesellschaftlicher Positionierung in den Blick und untersucht anhand der Analyse konkreter Biographien deren komplexes Zusammenspiel über die Zeit: a) Prozesse der Positionierung im Bildungs- und Berufssystem, b) soziale Einbindungen in Familie und Verwandtschaft und ausserfamiliäre Kontexte und c) Positionierungen im Hinblick auf die politisch-rechtliche Zugehörigkeit und Partizipation. Empirisch knüpft das beantragte Projekt an eine bereits früher vom SNF mitfinanzierte qualitative Langzeitstudie zu jungen Menschen mit Migrationsgeschichte im Übergang ins Erwachsenenalter an (im Folgenden Emmen-Studie genannt). In deren Rahmen wurden in den Jahren 2006 bis 2010 rund 35 Jugendliche aus der Gemeinde Emmen - ein erstes Mal gegen Ende ihrer obligatorischen Schulzeit, ein zweites Mal rund drei bis vier Jahre später - biographisch-narrativ befragt. Im Rahmen des geplanten Projektes soll nun eine dritte Befragung der jungen Frauen und Männer realisiert werden, die aktuell zwischen 23 und 26 Jahren alt sind und inzwischen in der Regel die so genannte zweite Schwelle von der Ausbil-dung in den Beruf überschritten haben dürften. Der biographische Zugang und das besondere Design der Studie - mit der Situiertheit in einem spezifischen sozialräumlichen Kontext (Gemeinde Emmen) und der mehrmaligen biographischen Befragung derselben jungen Frauen und Männer (gleichen Alters) im Verlauf des Übergangs ins Erwachsenenalter - werden als geeignet erachtet, um die hohe Komplexität und die Prozesshaftigkeit der gesellschaftlichen Positionierung erfassen und analysieren zu können. Inhaltlich erfährt die bisherige Emmen-Studie in der dritten Runde eine neue Schwerpunktsetzung durch die systemati-schere Einbindung der Thematik politisch-rechtlicher Zugehörigkeit und Partizipation im Rahmen von Staatsbürgerschaft. Die Relevanz dieser Dimension politisch-rechtlicher Teilhabe, die in der Migrationsforschung und insbesondere der For-schung zur zweiten Generation vergleichsweise wenig beleuchtet ist, ergibt sich für uns nicht zuletzt vor dem Hintergrund der bisherigen Befunde in Emmen, nach denen die Frage der Anerkennung als gleichberechtigtes Mitglied eines politischen Gemeinwesens auch bei ausgeprägter lokaler Zugehörigkeit und vorhandenen transnationalen Bezügen virulent bleibt.
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